Intensiv marine und metallisch. Der erste Eindruck ist salzig und ozonisch – als stünde man bei kaltem Wetter am Bug eines Bootes. Hinter der Meeresgischt verbirgt sich eine süße Wassermelonenschale-Note, die bei niedrigeren Konzentrationen deutlicher hervortritt. Nichts Natürliches riecht so; Es ist ein erfundener Geruch, den das Gehirn auf „Ozean“ abbildet. Schärfer und metallischer als Cascalone, was als Süßwasser gilt.
Kaum wahrnehmbare wässrige Spur, sauberer mineralischer Rückstand
The Full Story
Calone 1951 (CAS 28940-11-6), chemisch 7-Methyl-2H-1,5-benzodioxepin-3(4H)-on, ist das Molekül, das die aquatische Duftrevolution auslöste. 1966 von Pfizer entdeckt, blieb es über zwei Jahrzehnte ungenutzt, bevor Parfümeure seine einzigartige Fähigkeit erkannten, den Geruch von Meeresluft ohne jegliches marines Rohmaterial hervorzurufen.
Der Name „Calone“ stammt von einer internen Pfizer-Namenskonvention (Camilli-Albert-Laloue-Keton), und „1951“ ist seine chemische Registrierungsnummer – kein Jahr. Die Summenformel lautet C10H10O3, MW 178,18. Es erscheint als weißer kristalliner Feststoff mit einem intensiv starken Geruch.
Calones olfaktorische Signatur ist in der Parfümerie einzigartig: eine metallische, ozoneingehauchte Wassermelonenfrische, die das Gehirn als „Meeresbrise“ interpretiert. Der erste Duft, der es in signifikanter Konzentration (1,2 %) verwendete, war New West for Her von Aramis 1989, der die Flutwelle des maritimen Trends der 1990er Jahre eröffnete. In hohen Dosen kann Calone unangenehm fischig werden; die Kunst liegt in der Zurückhaltung, typischerweise unter 0,5 % in hochwertigen Düften.
Calone befand sich 23 Jahre lang in der chemischen Bibliothek von Pfizer, bevor irgendjemand daran dachte, es in der Parfümerie zu verwenden. Als es Ende der 1980er Jahre schließlich in Düften auftauchte, schuf es im Alleingang das Wassergenre, das die 1990er Jahre dominierte.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Vollsynthetisch. Hergestellt durch Kondensation von 3-Methylcatechol mit Chloraceton unter basischen Bedingungen und anschließender Cyclisierung zur Bildung des Benzodioxepinonrings.
Calone fungiert als Top-to-Heart-Modifikator in aquatischen, marinen und ozonischen Zusammensetzungen. In Spurenmengen (0,01–0,1 %) verleiht es Blumen- und Zitrusakkorden einen wässrigen Schimmer. Bei höheren Konzentrationen wird es zur prägenden Note mariner Düfte. Wird in Kombination mit Dihydromyrcenol, Hedion und weißem Moschus verwendet, um den kanonischen „frischen aquatischen“ Akkord zu bilden. Eine Überdosierung führt zu einem unangenehmen Jod-Fisch-Effekt, daher ist Präzision von entscheidender Bedeutung.