Süß, pudrig-moschusartig mit einer schärferen, aggressiveren Note als Moschusketon. Moschus-Xylol ist der lautere Bruder – diffuser, durchsetzungsfähiger, deutlich synthetisch.
Süß, pudrig-moschusartig, schärfer und diffusiver als Moschusketon. Aggressiver, weniger warmherzig, weniger intim. Eine eindeutig synthetische Qualität – rein im chemischen Sinne und nicht im naturalistischen Sinne. Starke Sillage. Der Charakter steht eher für „saubere Wäsche“ als für „warme Haut“.
Stabiler moschusartiger Charakter. Weniger warm als Moschusketon. Projektiert.
After a few days
After a few days
Beständig, aber in der modernen Verwendung allmählich eingeschränkt. Chemisch-sauberer Nachklang.
The Full Story
CAS 81-15-2. Ein Nitro-Moschus (1-tert-butyl-3,5-dimethyl-2,4,6-trinitrobenzol), der im Großteil des 20. Jahrhunderts der gebräuchlichste synthetische Moschus war. Diffusiver und durchsetzungsfähiger als Moschusketon prägte Moschusxylol den Moschuscharakter unzähliger Konsumprodukte.
Der Duft ist süß, pudrig-moschusartig, mit einer schärferen, diffusiveren Qualität als Moschusketon. Er hat weniger Wärme und mehr Projektion – ein „broadcast“ Moschus statt eines intimen. Das Molekül war in funktionalen Düften (Waschmittel, Seifen) enorm wichtig, wo seine Diffusivität von Vorteil war.
Moschusxylol ist heute in vielen Märkten aufgrund seiner Umweltpersistenz, Bioakkumulation und potenziellen endokrinen Wirkungen stark eingeschränkt oder verboten. Es wird weltweit schrittweise ausgemustert, erscheint aber noch in älteren Formulierungen und in Märkten mit weniger strengen Vorschriften.
In den 1980er Jahren erreichte die weltweite Produktion von Moschusxylol ihren Höhepunkt und überstieg jährlich 1.000 Tonnen. Das Molekül war in Waschmitteln so verbreitet, dass es in menschlicher Muttermilch, europäischen Flussgewässern und sogar im Fischgewebe nachweisbar wurde – Befunde, die zu den heute geltenden behördlichen Beschränkungen führten.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Vollsynthetisch. Hergestellt durch Nitrierung von Meta-Xylol-Derivaten. Gefährliche Synthese mit Trinitrierung. Aufgrund des regulatorischen Drucks ist die Produktion stark zurückgegangen.
Molecular Formula
C12H15N3O6
CAS Number
81-15-2
Botanical Name
N/A — synthetischer Nitro-Moschus
IFRA Status
In der EU für Kosmetika verboten (Anhang II, Verordnung 1223/2009). IFRA eingeschränkt.
Basisnote in funktionalen und veralteten Formulierungen. Die starke Diffusion von Moschus-Xylol machte es jahrzehntelang zu einem dominanten Stoff in Waschmitteln, Seifen und Weichspülern. In der Feinparfümerie wurde es zur Projektions- und Sillage-Verstärkung verwendet. Jetzt stark eingeschränkt (IFRA-Grenzwert von 0,03 % in Feinparfüm) und wird durch polyzyklische und makrozyklische Alternativen ersetzt. Die historische Bedeutung übersteigt die aktuelle Nutzung.