Komoren, Indonesien, Madagaskar, Sri Lanka, Tansania
Pyramid
Herz
Kräftig, eugenolreich, weniger rein als Nelkenknospen. Die Blätter von Syzygium aromaticum – günstiger, grober und phenolischer als das in der feinen Parfümerie verwendete Knospenöl.
Roh, phenolisch, Eugenol-dominiert. Härter und weniger komplex als Nelkenknospenöl. Der Eugenol-Charakter ist scharf, medizinisch und in voller Stärke wie in einer Zahnarztpraxis. Es fehlt die süße Eugenylacetat-Note, die dem Blütenöl seine Wärme und Süße verleiht. Bei der Verdünnung entsteht eine erkennbare Nelkenwärme, jedoch ohne die Feinheit von Knospenöl.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Krasser Eugenol-Schlag, phenolisch und roh
After a few hours
After a few hours
Warmer Nelkencharakter, noch rau
After a few days
After a few days
Anhaltender Eugenol-phenolischer Rückstand
Terroir & Origins
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The Full Story
Nelkenblattöl (Syzygium aromaticum) wird durch Dampfdestillation aus den Blättern des Nelkenbaums gewonnen, im Gegensatz zu Nelkenknospenöl (aus den Blütenknospen) und Nelkenstängelöl (aus den Zweigen). Blattöl hat den höchsten Eugenolgehalt der drei – typischerweise 82-88 % – wird aber olfaktorisch als am wenigsten sauber empfunden.
Während Nelkenknospenöl eine warme, süße, würzige Komplexität aufweist (durch Eugenol plus Eugenylacetat, Beta-Caryophyllen und andere Nebenbestandteile), ist Nelkenblattöl eindimensionaler: ein roher, aggressiver Eugenolstoß mit einer scharfen phenolischen Note. Es ist deutlich günstiger als Knospenöl und die wichtigste industrielle Quelle für Eugenol.
In der Parfümerie wird Nelkenblattöl als kostengünstige Eugenolquelle verwendet und weniger wegen seines eigenen Charakters. Es findet Verwendung in funktionaler Parfümerie und als Ausgangsstoff für die Vanillinsynthese (Eugenol kann chemisch zu Vanillin umgewandelt werden).
Eugenol aus Nelkenblattöl war einst der Ausgangsstoff für den Großteil des synthetischen Vanillins weltweit. Das im späten 19. Jahrhundert entwickelte Verfahren umfasst die Umwandlung von Eugenol zu Isoeugenol und anschließend die Oxidation zu Vanillin. Heute stammt das meiste synthetische Vanillin stattdessen aus Guaiacol oder Lignin, doch der Weg von Nelke zu Vanille bleibt chemisch eingeschränkt.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Wasserdampfdestillation von Syzygium aromaticum-Blättern. Das Öl ist eine dunkelbraune Flüssigkeit mit 82–88 % Eugenol. Der Ertrag aus getrockneten Blättern beträgt etwa 2–3 %. Hauptproduktion in Indonesien, Madagaskar und Tansania. Deutlich günstiger als Nelkenknospenöl, dessen Ertrag aus getrockneten Knospen nur 15–20 % beträgt.
Nelkenblattöl ist in erster Linie eine industrielle Eugenolquelle und kein fein duftender Inhaltsstoff. Es bietet rohen Nelkenphenolcharakter zu geringeren Kosten als Knospenöl. Wird in der funktionellen Parfümerie, in Dentalprodukten und als Ausgangsstoff für die Vanillinproduktion verwendet. Bei feinen Düften werden Nelkenknospenöl oder synthetisches Eugenol wegen ihrer größeren Verfeinerung bevorzugt. Kompatibel mit anderen Phenolgewürzen und warmen Basen.