Schwere, narkotische, tropische Süße mit einer feuchten, grünen, fast pflanzlichen Note. Datura riecht um Mitternacht wie ein Gewächshaus – feuchte Luft, weiße Blumen und etwas leicht Gefährliches.
Schwer, cremig und narkotisch – dichter als Jasmin, pflanzlicher als Tuberose. Der erste Eindruck ist tropisch und laktonisch, fast butterartig, bevor ein feuchtgrüner Unterton zum Vorschein kommt, wie nasse Blätter in einem warmen Gewächshaus. Unter der Süße liegt eine schwache medizinische Note, ein bitter-kräuteriger Schatten, der verhindert, dass die Note rein dekorativ wirkt. Der Gesamteffekt ist nächtlich, dick und leicht beunruhigend.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Cremige, tropische Süße – lactonisch und fast buttrig, mit einem anfänglichen grün-vegetalen Akzent
After a few hours
After a few hours
Dichter, narkotischer Floraldüft mit medizinisch-krautigen Untertönen und feuchter Gewächshauswärme
After a few days
After a few days
Leichter wachsgrüner Hauch mit restlicher Süße, wie getrocknete weiße Blütenblätter in einem geschlossenen Buch
The Full Story
Datura (Datura spp., Solanaceae – die Nachtschattengewächse) ist die Gattung der Mondblume und Stechapfel: hohe, trompetenförmige Pflanzen mit nachts blühenden weißen bis violetten Blüten. Die Gattung ist berüchtigt giftig – jeder Teil enthält Tropanalkaloide (Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin) in Konzentrationen, die Delirium, anticholinerge Vergiftungen und Tod verursachen können. Das Aroma der Blüte am lebenden Busch ist schwer, narkotisch, tropisch-süß mit einem feuchten grünen Unterton.
Datura hat keinen kommerziellen Extrakt. Die Toxizität der Pflanze ist ein regulatorisches Problem (Anbau in mehreren Rechtsgebieten eingeschränkt) und die Blüte liefert ohnehin wenig für die Extraktion. Die 'Datura'-Note im Duft ist daher konzeptionell – entwickelt, um die narkotisch-tropische, nachts blühende Blume ohne das tatsächliche Material zu evozieren. Rekonstruktionen verwenden weiße Blütenbausteine (Jasmin Sambac, Tuberose, Gardenie), grüne Stängelnoten (Galbanum, cis-3-Hexenol) und einen Hauch Indol für die schwere nächtliche Note.
Did You Know?
Did you know?
Alle Teile der Stechapfelpflanze enthalten Scopolamin und Atropin – dieselben Tropanalkaloide, die in der modernen Medizin als Mittel gegen Übelkeit und Pupillenerweiterung verwendet werden. Im präkolumbianischen Mesoamerika verabreichten aztekische Priester bei Opferritualen Stechapfelpräparate (Toloatzin genannt), um Opfer zu beruhigen.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Es gibt kein kommerzielles ätherisches Öl oder Datura-Absolue. Die Duftmoleküle der Blüte sind zu flüchtig und zu verdünnt, als dass sie durch Wasserdampfdestillation, Lösungsmittelextraktion oder CO2 effektiv extrahiert werden könnten. Alle Stechapfelnoten in der Parfümerie sind synthetische Akkorde. Einige handwerkliche Parfümeure stellen Tinkturen her, indem sie frische Blumen in Alkohol mazerieren, diese sind jedoch nicht in großem Maßstab kommerziell erhältlich.
Nicht verfügbar — kein kommerzielles ätherisches Öl; Datura-Blüten-Absolue ist äußerst selten und nicht standardisiert
Botanical Name
Datura spp.
IFRA Status
Keine bekannten Einschränkungen
Synonyms
Engelstrompete, Stechapfel
Physical Properties
Odor Strength
Mittel
Lasting Power
48 Stunden
Appearance
Farblose bis blassgelbe Flüssigkeit
In Perfumery
Datura ist in der Parfümerie immer ein synthetischer Akkord – es gibt keinen kommerziellen natürlichen Extrakt. Die Rekonstruktion kombiniert typischerweise Methylbenzoat, Lactone, indolische Stoffe und grüne Noten, um die komplexe nächtliche Emission der lebenden Blume zu simulieren. Die Note wirkt im Herz- bis Basisbereich und verleiht narkotische Tiefe sowie tropische Cremigkeit. Sie erscheint fast ausschließlich in Nischen- und künstlerischen Kompositionen, wo ihre giftigen botanischen Assoziationen eine erzählerische Funktion erfüllen. Datura-Akkorde passen zu Tuberose, Weihrauch, Tabak und animalischen Basen.