Ein rekonstruierter Akkord – säuerlich, saftig, leicht mandel-bitter – inspiriert von der unreifen europäischen Pflaume (Prunus domestica) und der japanischen Ume (Prunus mume). Es gibt keinen kommerziellen Extrakt aus grüner Pflaume; die Note wird Molekül für Molekül aufgebaut.
Grüne Pflaume öffnet sich hell und herb — eine scharfe Spitze von cis-3-Hexenol-Grün über einer leicht bittermandeligen Steinobstbasis. Innerhalb der ersten halben Stunde mildert sich die grüne Kante und ein saftiger, leicht pfirsichartiger Körper tritt aus γ-Decalacton hervor. Das Ganze wirkt wie eine Frucht zwischen unreif und reif — die Säure noch dominant, aber die Süße beginnt hervorzutreten. Auf einem Duftstreifen verblasst der Akkord schnell; was nach zwei Stunden bleibt, ist eine schwache Steinobst-Erinnerung.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Hell und spritzig mit sofortiger Säure
After a few hours
After a few hours
Verweichlichend zu einer runderen, ausgewogeneren Fruchtigkeit
After a few days
After a few days
Bewahrt einen subtilen frischen Fruchtcharakter
The Full Story
Grüne Pflaume ist eine Rekonstruktion — es gibt kein kommerzielles grünes Pflaumenöl, Absolue oder Extrakt. Der Akkord ruft zwei verschiedene botanische Referenzen hervor: die unreife europäische Pflaume (Prunus domestica, einschließlich der Reine Claude / Greengage-Sorte, die bei voller Reife grün bleibt) und die japanische Ume (Prunus mume), botanisch näher an der Aprikose als an der eigentlichen Pflaume.
Chemie
Die Rekonstruktion basiert auf einer kleinen Palette synthetischer Moleküle. Benzaldehyd (CAS 100-52-7) [A] liefert die bittere Mandel-Steinobst-Note, die alle Prunus-Arten gemeinsam haben. γ-Decalacton (CAS 706-14-9) [B] fügt den pfirsich-cremigen, fetten Körper hinzu. cis-3-Hexenol (CAS 928-96-1) gibt eine scharfe, frisch geschnittene Blatt-Note — das „Grün“ der grünen Pflaume. Ethyl-2-methylbutyrat bringt reife fruchtige Ester; β-Ionon (CAS 14901-07-6) rundet das Ganze zu einem violett-fruchtigen Herzen ab.
In einem Duft
Grüne Pflaume lebt in der Kopfnote — sie hebt Zitrus- und florale Eröffnungen mit einer herben, saftig-klaren Frische hervor. Der Akkord verbindet sich natürlich mit Steinobstherzen (Pfirsich-, Aprikosen-, Osmanthus-Rekonstruktionen) und passt gut zu weißen Blüten, wenn eine schärfere Fruchtnote gewünscht ist. Auf einem Duftstreifen verfliegt sie innerhalb der ersten Stunde; auf der Haut ist sie nach der zweiten Stunde verschwunden.
Die japanische Ume (Prunus mume) – im Englischen oft fälschlicherweise „Pflaume“ genannt – ist botanisch näher mit der Aprikose verwandt. Als Umeboshi eingelegt oder zu Umeshu destilliert, prägt die Ume seit über tausend Jahren die grünpflaumenartige Note der japanischen Kochkultur; ihre erste schriftliche Erwähnung findet sich in der Gedichtsammlung Manyōshū aus dem achten Jahrhundert.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Fantasinote — Es existiert kein kommerzielles ätherisches Öl oder Absolue von grüner Pflaume für die Parfümerie. Die Note wird durch synthetische Ester, Lactone und Steinobstaldehyde rekonstruiert. Eng verwandte Noten (Osmanthus-Absolue, Pflaumenrekonstruktionen für Tabakakkorde) tragen manchmal unterstützendes Material bei.
Grüne Pflaume steht an der Spitze und verleiht den Duftanfängen eine säuerlich-saftige Frische. Sie kombiniert sich mit floralen Noten (Jasmin, Pfingstrose), grünen Noten (Galbanum, Feigenblatt) und süßeren Früchten – und funktioniert besonders gut als Brücke zwischen Zitrus- und floralen Herztönen. Wird in keiner aktuellen Première Peau Komposition verwendet.