Bei voller Stärke fäkal, bei extremer Verdünnung blumig. Skatole ist das Jekyll-and-Hyde-Molekül der Parfümerie – dieselbe Verbindung, die den Duft von Jasminblüten lebendig macht.
Bei Konzentration: unverkennbar Fäkalien, Scheunenhof, Mottenkugel-angrenzend. Bei extremer Verdünnung: süß, warm, blumig mit einer cremigen, fast narzissenartigen Note. Der Übergang ist abrupt – es gibt kein allmähliches Spektrum. Skatol ist je nach Dosierung entweder abstoßend oder schön. Teilt das indolische Territorium mit Jasmin-Absolue und Orangenblüte.
Wärmer, süßer, die florale Seite tritt hervor, wenn die Konzentration auf der Haut abnimmt
After a few days
After a few days
Leichte süße Wärme, fast vanillig, die animalische Note vollständig aufgelöst
The Full Story
Skatol (3-Methylindol, CAS 83-34-1) ist eines der polarisierendsten Materialien in der Parfümerie. Bei Konzentrationen über 0,1 % riecht es unverkennbar nach Fäkalien – es ist tatsächlich einer der Hauptgeruchsstoffe in Säugetierkot, der durch bakterielle Zersetzung von Tryptophan im Darm entsteht. Bei extremer Verdünnung (unter 0,01 %) wird es süß, warm und blumig.
Dieser Kontrast ist nicht metaphorisch. Jasmin-Absolue enthält natürlich 2-3 % Skatol, was zur indolischen, animalischen Fülle beiträgt, die natürlichen Jasmin von seinen synthetischen Rekonstruktionen unterscheidet. Ohne Skatol würde Jasmin sauber und hübsch riechen, aber niemals lebendig.
Molekulargewicht: 131,17 g/mol. Schmelzpunkt: 95 °C. Die Verbindung ist bei Raumtemperatur ein weißer kristalliner Feststoff mit charakteristischem Perlmuttglanz. Sie wird in der Natur von anaeroben Bakterien biosynthetisiert und kommt auch in Steinkohlenteer vor.
In der Parfümerie wird Skatol in Mikrodosierungen als animalischer Modifikator verwendet – es verleiht Körper, Wärme und ein unterbewusstes Signal biologischer Präsenz. Die Grenze zwischen verführerisch und abstoßend wird in Dezimalstellen der Konzentration gemessen.
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Skatol ist für den Ebergeruch verantwortlich – den unangenehmen Schweinegeruch unkastrierter männlicher Schweine. Die Verbindung reichert sich im Fettgewebe an und ihre Nachweisschwelle in Schweinefleisch liegt nur bei 0,20–0,25 ppm.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Kommerziell synthetisiert durch Fischer-Indolsynthese oder durch Kohlenteerfraktionierung. Natürliches Skatol kommt in Jasmin-Absolue (2–3 %), Zibetpaste und Kohlenteer vor, wird aus diesen Quellen jedoch nicht für die Parfümherstellung isoliert. Die synthetische Herstellung aus o-Toluidin und Chloracetaldehyd ist der industrielle Standardweg. CAS 83-34-1.
Molecular Formula
C9H9N
CAS Number
83-34-1
Botanical Name
N/A – synthetisches Molekül
IFRA Status
Keine bekannten Einschränkungen
Synonyms
3-METHYLINDOL · INDOLE-3-METHYL
Physical Properties
Odor Strength
Sehr hoch
Lasting Power
400 Stunden bei 1,00%
Appearance
weiß bis beige Puder
Boiling Point
265,00 bis 266,00 °C bei 755,00 mm Hg
Flash Point
269,00 °F. TCC (131,67 °C)
Melting Point
95,00 bis 97,00 °C bei 760,00 mm Hg
In Perfumery
Skatol (3-Methylindol) ist ein animalischer Modifikator, der in Mikrodosierungen verwendet wird, typischerweise 0,001–0,01 % der Formel. Es verleiht weißen Blumenkompositionen – insbesondere Jasmin-, Tuberosen- und Orangenblütenakkorden – biologische Wärme und indolische Tiefe. Unverzichtbar für die Schaffung naturalistischer Rekonstruktionen weißer Blumen. Ohne Skatol oder Indol fehlt Jasminakkorden die lebendige, leicht schmutzige Qualität des natürlichen Absolues. Wird auch in animalischen Basen und Zibet-Rekonstruktionen verwendet. Die Dosierungskontrolle ist entscheidend: Zu viel macht die Komposition untragbar.