eine Referenz. Mysore-Sandelholz ist indisches Sandelholz aus dem Mysore-Distrikt in Karnataka — die dichteste, cremigste und santalolreichste Qualität, an der alle anderen Sandelhölzer und synthetischen Varianten gemessen werden.
Ultra-cremig, butterartig und laktonisch – reichhaltiger als jede andere Sandelholzsorte. Der unmittelbare Eindruck ist warme Milch mit einer Spur Holznote. Süßer und dichter als australisches Sandelholz, das vergleichsweise trocken und dünn ist. Dauerhafter als neukaledonische Sorten.
Nach mehreren Stunden auf der Haut entwickelt Mysore-Sandelholz eine subtile moschusartig-animalische Qualität – nicht schmutzig, sondern hautwarm und intim.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Intensiv cremige, buttrige Milch mit sanfter Holzwärme
After a few hours
After a few hours
Vertiefende lactonische Fülle, schwacher moschus-animalischer Schimmer auf der Haut
After a few days
After a few days
Beständige, trockene, mineralische Basis – nach über 72 Stunden noch cremig
The Full Story
Mysore-Sandelholz ist keine eigene Art, sondern eine geografische Bezeichnung: Santalum album, das aus den Wäldern rund um Mysore (heute Mysuru) in Karnataka, Indien, geerntet wird. Die spezifischen Boden-, Höhen- und Klimabedingungen der Region erzeugen Kernholz mit dem höchsten Alpha-Santalol-Gehalt (typischerweise 85-90 % kombinierte Santalole) aller Sandelholzherkünfte.
Die indische Regierung verstaatlichte Sandelholz 1792 unter Tipu Sultan, und die staatliche Kontrolle besteht seitdem in verschiedenen Formen fort. Die Karnataka Forest Development Corporation verwaltet die legale Ernte, die nur das Fällen toter oder reifer Bäume erlaubt. Diese Knappheit, kombiniert mit illegalem Holzeinschlag und schwindenden Wildbeständen, hat das echte Mysore-Sandelholzöl auf über 3.000 $/kg getrieben.
In der zeitgenössischen Parfümerie wird die Lücke zwischen echtem Mysore-Sandelholz und seinen Ersatzstoffen (australisches S. spicatum, neukaledonisches S. austrocaledonicum, synthetische Stoffe wie Javanol oder Polysantol) zwar kleiner, ist aber noch wahrnehmbar. Das Mysore-Öl besitzt eine Tiefe, eine Reichhaltigkeit und eine hautschmelzende Qualität, die synthetische Stoffe annähern, aber nicht nachbilden.
Die Regierung von Karnataka bewertet Sandelholzbäume nach ihrem Kernholzgewicht zum Zeitpunkt des Absterbens oder Fällens. Ein einzelner ausgewachsener Mysore-Sandelholzbaum kann 20–40 kg Kernholz enthalten, was bei den aktuellen Ölpreisen einen Wert von umgerechnet 50.000–100.000 US-Dollar hat.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Wasserdampfdestillation von Kernholz und Wurzeln ausgewachsener Bäume (mindestens 30 Jahre, optimal 60-80 Jahre alt). Das Holz wird zerkleinert, um die Oberfläche zu maximieren. Die Destillation dauert 48–72 Stunden bei Atmosphärendruck. Ölausbeute: 4-6,5 % aus hochwertigem Kernholz. Staatlich kontrollierte Auktionen in Karnataka bestimmen die Preisgestaltung und Zuteilung.
Mysore-Sandelholz ist die ultimative Basisnoten-Fixative in der klassischen Parfümerie. Es dient als Grundlage des Sandelholz-Akkords in Amber-, Holz- und blumig-holzigen Familien. Seine extreme Beständigkeit (auf Duftstreifen über 100 Stunden nachweisbar) macht es zu einem idealen Träger für weniger langanhaltende Materialien. Synthetische Ersatzstoffe – Javanol, Polysantol, Sandalore, Ebanol – erfassen jeweils unterschiedliche Qualitäten, doch keiner erreicht das vollständige Profil.