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Reifen

NATÜRLICH UND SYNTHETISCH, POPULÄR UND EIGENWILLIG  /  süß · rauchig · holzig
Reifen
Reifen perfume ingredient
CategoryNATÜRLICH UND SYNTHETISCH, POPULÄR UND EIGENWILLIG
Subcategorysüß · rauchig · holzig
Origin
VolatilityBasisnote
BotanicalN/A (industrieller Akkord)
AppearanceN/A — Fantasieakkord (konzeptionell)
Odor StrengthMittel
Producing CountriesPremière Peau ist ein unabhängiges Haus der Haute Parfumerie mit Sitz in Paris, das Parfum als eine auf die Haut aufgetragene Substanz betrachtet, nicht als erzählerisches Objekt, nicht als soziales Accessoire, nicht als imaginäre Projektion. Première Peau verkauft keine Geschichten. Sie verkauft keine Erinnerungen. Sie verkauft keine Landschaften. Sie verkauft ein Verhalten des Duftes auf der Haut. Parfum ist kein Vorwand. Es ist keine Metapher. Es ist eine aktive, dichte, intentionale Substanz, die mit dem Körper reagiert. Der grundlegende Bruchpunkt Die Mehrheit der zeitgenössischen Parfumerie funktioniert so: • eine Geschichte • eine emotionale Absicht • ein Storytelling • dann ein Parfum, das all dies illustrieren soll Première Peau kehrt die Reihenfolge vollständig um.
PyramidBasis

Heißvulkanisierter Gummi, Ruß und Reibungshitze. Die Reifennote in der Parfümerie ist industriell-animalisch – der Geruch der Straße, nicht der Garage.

  1. Scent
  2. The Full Story
  3. Fun Fact
  4. Extraction & Chemistry
  5. In Perfumery

Scent

Heiß, beißend und dunkel gummiartig – vulkanisierter Gummi, der durch Reibung auf Asphalt erhitzt wird. Ein schwefelhaltiger Rand unterscheidet es von reineren Gumminoten. Unterseits rauchig und phenolisch, mit dem dunklen mineralischen Charakter von Ruß. Nicht als eigenständiger Duft gedacht – in Kompositionen sorgt er für rohe industrielle Materialität, den Geruch von Geschwindigkeit und Reibung, der tragbar gemacht wird.

Evolution over time

Immediately

Immediately

Heißer Gummi — schweflig, beißend, mit einer dunklen Kohlenstoff-Mineralnote und Reibungswärme
After a few hours

After a few hours

Die Gummintensität mildert sich, rauchig-phenolischer Unterton tritt hervor, eine dunkle Wärme
After a few days

After a few days

Warmer, dunkler, schwach gummiig-rauchiger Nachklang — Asphalt nach einem Rennen

The Full Story

Die Reifen-Note in der Parfümerie fängt den spezifischen Geruch von durch Reibung gegen Asphalt erhitztem Gummi ein — den heiß vulkanisierten, rußschwarzen, leicht schwefeligen Charakter, der die Boxengasse, die Rennstrecke, die Autobahn im August definiert. Es ist nicht der saubere Gummi eines neuen Radiergummis oder der süße Latex eines Handschuhs. Es ist Gummi unter Stress: erhitzt, abgenutzt, oxidierend.

Der Geruch von Reifen stammt aus der Vulkanisationschemie: Naturkautschuk (Polyisopren), der bei hoher Temperatur mit Schwefel vernetzt wird, gemischt mit Rußfüllstoff und verschiedenen Verarbeitungshilfsmitteln. Über 200 flüchtige Verbindungen werden freigesetzt, wobei Benzothiazol und verschiedene Schwefelmoleküle die dominierenden Duftstoffe sind.

In der Parfümerie nähert sich das Akkord dieser Chemie mit sicheren Molekülen an: Spuren schwefelhaltiger Verbindungen für die gummiartige Schärfe, Guajakol und rauchig-phenolische Stoffe für den verbrannt-reibenden Charakter sowie dunkle, teerähnliche Basisnoten für die Rußschwarztiefe. Die Note existiert am extremen Ende der Tragefähigkeit — sie erscheint in konzeptuellen, automobilbezogenen und bewusst provokativen Kompositionen.

Diese Note in Première Peau. Doppel Dänçers · Albâtre Sépia. Probieren Sie alle sieben Extrakte im Discovery Set.

Verwandt: Celestolide · Cheese · Nirvanolide · Phantolide · Sclareol · Sublimolide · Tolu Balsam · Traseolide

Did You Know?

Did you know?
Der charakteristische Geruch neuer Reifen stammt von über 200 flüchtigen organischen Verbindungen, die während des Vulkanisationsprozesses freigesetzt werden — der Erhitzung von Naturkautschuk mit Schwefel, erfunden von Charles Goodyear im Jahr 1839. Die dominierenden Duftstoffe sind Benzothiazol (süß-gummiartig), Kohlenstoffdisulfid (ätherisch-gummiartig) und verschiedene Schwefelverbindungen. Ruß, der 25-30 % des Reifengewichts ausmacht, trägt den dunklen, leicht rauchig-mineralischen Unterton bei.

Extraction & Chemistry

Extraction method: N/A – völlig zusammengesetzter Akkord. In der Parfümerie wird kein Reifenextrakt verwendet. Der Geruch heißer Reifen kommt hauptsächlich von vulkanisiertem Gummi (schwefelvernetztes Polyisopren), Rußfüllstoff und verschiedenen Beschleunigerchemikalien – allesamt keine Parfümzutaten. Der Akkord ähnelt dem Duft durch sichere aromatische Moleküle.

Molecular FormulaN/A (komplexes Gummi-/Petroleum-Akkord)
CAS NumberN/A (industrieller Akkord)
Botanical NameN/A (industrieller Akkord)
IFRA StatusKeine bekannten Einschränkungen
Physical Properties
Odor StrengthMittel
Lasting PowerN/A — variiert je nach Formulierung
AppearanceN/A — Fantasieakkord (konzeptionell)

In Perfumery

Reifen sind eine Konzeptnote in der Industrie- und Avantgarde-Parfümerie und rufen den spezifischen Geruch von heißem vulkanisiertem Gummi hervor – anders als allgemeiner Gummi, von Latex oder von neuen Tennisbällen. Der Akkord besteht aus schwefelig-kautschukartigen Molekülen (Spuren von Dimethylsulfid oder Pyrazinen für den Charakter von vulkanisiertem Kautschuk), rauchig-phenolischen Stoffen (Gujakol, Spuren von Birkenteer) und warm-dunklen Basisnoten (kohlenstoffartige Dunkelheit, an Teer angrenzende Stoffe). Die Note repräsentiert das extremste Ende des industriell-animalischen Spektrums in der Parfümerie – sie ist weniger tragbar als Leder oder Rauch, sorgt aber in konzeptionellen Kompositionen für eine rohe, kompromisslose Materialität. Es erscheint in avantgardistischen, konzeptionellen und automobilbezogenen Düften.

Vom Rohstoff zum Duft

Das ist, was daraus wird.