Indien (Assam), Kambodscha, Vietnam, Laos, Indonesien, Malaysia, Thailand
Pyramid
Basis
Dunkel, komplex, animalisch-holzig mit einer fermentierten, fast hofeigenen Tiefe. Oud riecht wie nichts anderes – in Honig getränktes Leder, in einer rauchigen Schläfe zurückgelassen und dann in nasser Erde begraben.
Intensiv komplex. Öffnet rauchig, lederartig, animalisch – fast scheunenartig bei Hindi-Varianten. Kambodschanische Typen sind süßer, mit getrockneten Früchten und Karamellnoten. Alle teilen eine tiefe, holzig-harzige Basis mit medizinischen, bitteren Untertönen. Animalischer als Sandelholz, dunkler als Patchouli, weniger rein als Zedernholz. Der Abgang ist warm, anhaltend und tief holzig – Oud kann Tage auf der Haut und Wochen auf Stoff halten.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Rauchiger, animalischer, lederartiger Auftakt. Intensiv und polarisierend. Medizinische Note.
Tiefer, langanhaltender holziger Fond. Warm, hautnah, kann Tage anhalten. Rauchig-süßer Nachklang.
Terroir & Origins
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The Full Story
Ätherisches Öl, destilliert aus dem harzigen Kernholz von Aquilaria-Bäumen (hauptsächlich A. malaccensis, A. crassna, A. sinensis), die vom Schimmel Phialophora parasitica befallen sind. Die Infektion löst eine Abwehrharzproduktion aus — Agarholz — die das blasse, geruchslose Holz in ein dunkles, duftendes, außergewöhnlich wertvolles Material verwandelt.
Oud-Öl ist wohl das komplexeste und polarisierendste Material in der Parfümerie. Sein Duft variiert stark je nach Herkunft: Kambodschanisches Oud (Kambodscha) ist meist süß, fruchtig, fast karamellisiert. Hindi Oud (Indien, Assam) ist dunkel, animalisch, lederartig, bei hoher Konzentration fast fäkal. Malinau/Borneo Oud ist grüner, kräuteriger. Die Chemie wird von Sesquiterpenen (Agarospirol, Jinkoh-eremol) und Chromonderivaten dominiert — Hunderte flüchtiger Verbindungen wurden identifiziert.
In der westlichen Parfümerie war Oud der prägende Trendstoff der 2010er- und 2020er-Jahre. Die meisten „Oud“-Düfte verwenden synthetische Rekonstruktionen (ein großer Aroma-Chemikalienlieferant bietet Oud Synthetic, ein Schweizer Parfümhaus Agarwood Base) statt natürlichen Öls, das für hochwertiges Material 20.000–100.000+ US-Dollar pro Kilogramm kosten kann.
Ein einziges Kilogramm hochwertiges wildes Hindi-Oud-Öl wurde für über 100.000 US-Dollar verkauft, was es pro Gramm teurer macht als Gold. Das wertvollste Adlerholz – „sinkende Qualität“ oder „chen xiang“ (沉香) – ist dicht genug, um im Wasser zu versinken, was auf eine vollständige Harzsättigung der Holzfasern hinweist.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Wasserdampfdestillation oder Hydrodestillation infizierter Adlerholzspäne, typischerweise über 48–72 Stunden. Die Ausbeute ist extrem niedrig – etwa 0,1–0,7 %, abhängig von der Harzdichte. Die CO2-Extraktion erfasst ein anderes, oft glatteres Profil. Der Rohstoff selbst ist der Flaschenhals: Die natürlichen Infektionsraten sind sehr niedrig (vielleicht 7–10 % der Wildbäume) und die Impftechniken auf Plantagen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zu den wichtigsten Produktionsländern zählen Indien (Assam), Kambodscha, Vietnam, Laos und Indonesien.
Basisnote und charakteristische Zutat in Amber-, holzig-ambernen und nahöstlichen Kompositionen. Natürliches Oud fungiert sowohl als charakteristische Note als auch als kraftvolles Fixativ. In der traditionellen arabischen Parfümerie (Mukhallat) ist Oud das zentrale Element. In der westlichen Parfümerie werden synthetische Oud-Basen verwendet, um den dunklen, holzig-animalischen Charakter zu erschwinglichen Preisen zu bieten. Oud wird mit Rose (der klassischen arabischen Kombination), Safran, Sandelholz und Amber kombiniert.