Süß, Heu-Cumarin, grün-grasig. Der definitive Duft nach frisch gemähtem Heu – warm, süß, leicht narkotisch. Grüner und komplexer als rein synthetisches Cumarin, da das natürliche Gras einen pflanzlichen Kontext bietet. Der Geruch des späten Frühlings in der europäischen Landschaft.
Flouve (Anthoxanthum odoratum), süßes Wiesenrispengras, ist die botanische Quelle des Duftes „frisch gemähtes Heu“. Die Pflanze enthält Cumarin, das freigesetzt wird, wenn das Gras geschnitten wird und zu welken beginnt – die Süße, die den Duft von Heuwiesen definiert.
Das ätherische Öl (selten hergestellt) wird von Cumarin dominiert, unterstützt von krautigen und grün-grasigen Verbindungen. In der Parfümerie verleiht Flouve denselben Charakter wie synthetisches Cumarin, jedoch mit zusätzlicher grüner Komplexität und einer heuspezifischen Qualität.
Süßes Wiesenrispengras ist eines der frühesten Gräser, die auf europäischen Wiesen blühen (März–Juni). Sein Cumaringehalt macht es für Nutztiere ungenießbar – Tiere meiden es, weshalb es auf beweideten Weiden erhalten bleibt, während andere Gräser gefressen werden.
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Synthetisches Cumarin (erstmals 1868 von William Perkin synthetisiert) war der erste synthetische Duftstoff, der in der Parfümerie verwendet wurde – in Houbigants Fougere Royale (1882). Vor der Synthese waren Flouve (süßes Frühlingsgras) und Tonkabohne die einzigen Quellen. Die gesamte Fougere-Familie stammt von diesem einen Molekül ab.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Selten als ätherisches Öl hergestellt. Die Pflanze wird häufiger als Tinktur oder Absolue verwendet. Der Cumaringehalt beträgt etwa 1-2 % des Trockengewichts der Pflanze. Hauptsächlich dient sie als konzeptuelle Referenz und nicht für die kommerzielle Produktion.
Natürliches Material mit echtem „frisch gemähtem Heu“-Charakter. Cumarin-dominant mit grün-grasiger Komplexität. Funktioniert in Fougere-, Grün- und pastoralen Kompositionen. Bietet den gleichen Grundcharakter wie synthetisches Cumarin, jedoch mit zusätzlicher botanischer Dimensionalität. Historisch wichtig vor der Cumarinsynthese (1868).