Geröstete, runde, leicht fettige Wärme – wie der letzte Atemzug eines heißen Tahini-Löffels. Sesamöl wirkt in der Parfümerie wie ein nussiger, goldener und umhüllender Hautduft.
Trocken geröstete Nussnote mit leicht karamellisierter Note. Weniger süß als Tonka, weniger grün als Haselnuss. Nahe am Geruch von frisch gepresstem Sesamöl auf warmer Haut – fettig, golden, ruhig anhaltend. Gemeinsam mit 2-Acetyl-1-pyrrolin-Noten (Popcorn, Reis).
Fettig, hautähnliche Wärme, gedämpfte Nussigkeit, Spuren von Karamell
After a few days
After a few days
Sauberer Lipidrückstand, leichter Brotkrusten-Hauch, fast unmerklich
Terroir & Origins
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The Full Story
Sesamöl (Sesamum indicum) trägt eine tiefe, geröstete Nussigkeit, die trockener und weniger süß als Mandel, wärmer als Haselnuss ist. In roher Form sind die Samen fast geruchlos; erst das Rösten setzt die Schlüsselaromastoffe frei — Sesamol, Sesamolin und 2-Acetyl-1-pyrrolin (das gleiche Molekül, das für den Duft von Basmati-Reis und Popcorn verantwortlich ist).
Die Pflanze stammt aus dem subsaharischen Afrika und dem indischen Subkontinent. Indien bleibt der größte Produzent. Das Öl wird kaltgepresst aus den Samen gewonnen und liefert etwa 50 % Öl nach Gewicht — eine ungewöhnlich hohe Ausbeute unter den Ölsaaten.
In der Parfümerie fungiert Sesamöl eher als texturgebender Modifikator denn als Hauptnote. Es verleiht gourmand- und Amber-Basen eine fettige, hautnahe Wärme. Man kann es sich als Fixativ vorstellen, das nach warmem Brotkrusten riecht — es verankert süßere Noten, ohne selbst offensichtliche Süße hinzuzufügen.
Synthetische Wege zum sesamischen Duftprofil beinhalten typischerweise Pyrazinderivate und Furanonverbindungen, obwohl in Nischenarbeiten natürlicher Sesam-CO2-Extrakt wegen seiner Komplexität bevorzugt wird.
Sesamol, das wichtigste Antioxidans in Sesamöl, verhindert die Oxidation so wirksam, dass das Öl früher in Indien zur Konservierung von Manuskripten verwendet wurde – die ölgetränkten Palmblätter widerstanden jahrhundertelang dem Verfall.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Kaltpressung von gerösteten oder ungerösteten Sesamum indicum-Samen. Ergibt etwa 50 Gew.-% Öl. Die überkritische CO2-Extraktion erzeugt eine duftendere Version, bei der die flüchtigen Pyrazine erhalten bleiben, die beim herkömmlichen Pressen verloren gehen. Wasserdampfdestillation ist für Sesam kein Standard.
Sesam fungiert als Basis-Modifikator in gourmand- und Amber-Kompositionen. Er verleiht eine fettige Wärme – einen fettigen, hautähnlichen Unterton, der die Haltbarkeit verlängert, ohne Süße hinzuzufügen. Besonders nützlich, um Vanille-, Tonka- und Pralinenakkorde zu erden, die sonst zu süßlich wirken könnten. Funktioniert in weichen Amber- und Hautduftfamilien. Der hohe Gehalt an Linolsäure im Öl sorgt für eine natürliche Affinität zu animalischen Moschusnoten und überbrückt die Lücke zwischen sauber und fleischlich. Keine charakteristische Note, sondern ein texturgebender Inhaltsstoff – er lässt Kompositionen getragen und lebendig wirken.