GRÜNE, KRÄUTER UND FOUGERES / grün · erdig · blumig
Stinktierkohl
Category
GRÜNE, KRÄUTER UND FOUGERES
Subcategory
grün · erdig · blumig
Origin
Volatility
Herznote
Botanical
Symplocarpus foetidus
Appearance
Dunkelgrünes bis bräunliches Pflanzenmaterial; kein handelsübliches ätherisches Öl
Odor Strength
Mittel
Producing Countries
Nordamerika
Pyramid
Herz
Stinkend, schwefelhaltig, sumpfwarm. Symplocarpus foetidus – eine Pflanze, die sich erhitzt, um durch den Schnee zu schmelzen und nach verrottendem Fleisch riecht, um Fliegen anzulocken.
Stinkend, schwefelig, mit der Qualität von verwesendem Fleisch und einem warmen, sumpfigen Hintergrund. Nicht blumig im herkömmlichen Sinne. Der Geruch wirkt aus nächster Nähe aktiv abstoßend – Dimethyldisulfid und Skatol erzeugen einen überzeugenden Leichenblumeneffekt. Aus der Ferne ein schwaches warmgrünes, fast kohlartiges Aroma.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Schwefeliger, fauliger Ausbruch – verrottetes Fleisch und Sumpf
After a few hours
After a few hours
Warme, grünkohlartige Qualität aus der Ferne
After a few days
After a few days
Anhaltende schwefelige Spur, unangenehm, wenn wahrnehmbar
The Full Story
Der östliche Stinktierkohl (Symplocarpus foetidus) ist eine nordamerikanische Feuchtgebietspflanze, die durch Thermogenese Wärme erzeugt – ihr Spadix kann Temperaturen 15-35 Grad C über der Umgebung halten, wodurch sie im späten Winter gefrorenen Boden durchdringen kann. Um ihre Bestäuber (Aasfliegen und Käfer) anzulocken, verströmt sie einen fauligen Geruch, der verwesendem Fleisch ähnelt.
Der Geruch ist schwefelhaltig und faulig, verursacht durch Dimethyldisulfid, Skatol und Trimethylamin – dieselben Moleküle, die in verrottendem Fleisch und Fäkalien vorkommen. Die Strategie der Pflanze ist klassisches Aasmimese: Sie lockt Fliegen an, die normalerweise Eier auf toten Tieren ablegen, und täuscht sie, stattdessen zu bestäuben.
In der Parfümerie ist Stinktierkohl eine konzeptionelle Note, die fast nie wörtlich verwendet wird. Sie repräsentiert das extreme Ende des animalisch-fäkalen Spektrums – wird häufiger im Duftjournalismus als in tatsächlichen Formulierungen erwähnt. Jede praktische Anwendung würde stark verdünnte animalische Materialien (Indol, Skatol) verwenden, um den Effekt anzudeuten statt zu replizieren.
Stinktierkohl ist eine der wenigen Pflanzen, die zur Thermogenese fähig sind – er kann seine Temperatur bis zu zwei Wochen lang um 15–35 °C über die Umgebungslufttemperatur erhöhen. Die erforderliche Stoffwechselrate ist vergleichbar mit der eines Kolibris. Dies macht sie zu einer der ersten Pflanzen, die im Frühling schlüpfen und sich durch den Schnee drängen.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Kein kommerzielles ätherisches Öl oder Absolue. Die flüchtigen Verbindungen der Pflanze (Dimethyldisulfid, Skatol, Trimethylamin) sind als einzelne Chemikalien verfügbar, werden jedoch nicht für Parfümeriezwecke aus der Pflanze selbst extrahiert.
Dunkelgrünes bis bräunliches Pflanzenmaterial; kein handelsübliches ätherisches Öl
In Perfumery
Stinktierkohl ist eine konzeptionelle extrem-animalische Note, die in der tatsächlichen Formulierung fast nie verwendet wird. Wenn darauf verwiesen wird, deutet es auf das dunkelste Ende des tierischen Spektrums hin – jenseits der Zibetkatze, jenseits des Bibergeils. Bei der theoretischen Rekonstruktion würden Skatol, Indol und Dimethyldisulfid in extremer Verdünnung neben warmgrünen und sumpfähnlichen Materialien verwendet. Funktioniert nur in der extremen konzeptuellen Parfümerie, die den Verfall, die Natur und die Grenzen der olfaktorischen Akzeptanz erforscht.