Staubig, erdig-grün und leicht körnig. Amaranth in der Parfümerie trägt getrocknete Samenköpfe und uralte Getreidefelder in sich – eher landwirtschaftlich als blumig, trotz der karminroten Federn der Pflanze.
Staubig, trocken und erdig-grün – der Geruch getrockneter Samenstängel im Spätsommer. Weniger scharf als Heu, weniger grün als Galbanum, spezifischer getreideartig als generische Erdnoten. Eine schwache, warme Süße darunter – an Cumarin angrenzend, aber trockener und landwirtschaftlicher. Der Gesamteindruck ist von warmem Staub und getrocknetem Pflanzenmaterial, ein Feld nach der Ernte und nicht während der Blüte.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Staubiges Grün und leicht körnig — getrocknete Samenköpfe, landwirtschaftliche Erdigkeit
After a few hours
After a few hours
Erdige Wärme entwickelt sich, heuähnliche Süße, darunter eine mineralische Trockenheit
Amaranth in der Parfümerie ist eine Studie zur landwirtschaftlichen Atmosphäre – der Geruch von getrockneten Getreidefeldern und nicht von einem einzelnen Molekül. Die Amaranthus-Pflanze mit ihren dramatischen karminroten Samenwedeln ist optisch auffällig, olfaktorisch jedoch zurückhaltend: Sie riecht nach getrockneten Stängeln, Getreidestaub, warmer Erde und einer leicht süßlichen, heuähnlichen Note.
Es gibt keinen kommerziellen Extrakt. Die Note wird vollständig rekonstruiert mit Materialien, die die verschiedenen Qualitäten eines getrockneten Amaranthfeldes annähern: erdig-grüne Moleküle (Vetiver für wurzelige Tiefe, cis-3-Hexenol in niedrigen Dosen für verblasstes Grün), getreideähnliche Materialien (Furfural für die geröstete Getreidenote, Maltol für eine sanfte Süße, Spuren von Pyrazinen für die geröstete Samenqualität) sowie Heu-Absolue oder Cumarin für den süßen, getrockneten Gras-Unterton.
In Kompositionen verleiht Amaranth Textur und Atmosphäre. Es ist keine Note, die man bewusst riecht – sie ist der Hintergrund, der einen Duft geerdet, landwirtschaftlich und mit dem Land verbunden wirken lässt, statt mit dem Labor. Sie erscheint in naturalistischen, botanischen und avantgardistischen Kompositionen, deren Ziel es ist, ein bestimmtes Territorium zu transportieren: ein Feld im Spätsommer, ein Dreschboden, die staubige Wärme eines Getreidespeichers.
Amaranth war ein Grundnahrungsmittel des Aztekenreichs. Die jährlichen Tributzahlungen an Kaiser Moctezuma wurden auf 200.000 Scheffel geschätzt. Die spanischen Konquistadoren verboten den Anbau im 16. Jahrhundert wegen seiner Verbindung mit religiösen Ritualen der Azteken – das Getreide wurde mit menschlichem Blut vermischt, um rituelle Kuchen zu formen. Amaranth überlebte im Untergrund und gilt heute als „Superfood“, dessen Proteingehalt den der meisten Getreidesorten übersteigt.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Für die Parfümerie ist kein kommerzielles ätherisches Öl oder Absolue von Amaranth erhältlich. Die Note ist vollständig zusammengesetzt. Amaranthsamenöl (kaltgepresst, reich an Squalen) wird in Kosmetika verwendet, hat aber nur einen geringen olfaktorischen Wert. Die Parfümnote wird aus erdigen, körnigen und grünen Molekülen rekonstruiert, um die Atmosphäre der getrockneten Pflanze zu suggerieren.
Molecular Formula
Komplexe Mischung — Schlüssel: Squalen (C₃₀H₅₀, CAS 111-02-4) im Samenöl
CAS Number
N/A — keine standardisierte CAS-Nummer für Amaranthus-Ätherisches Öl
Botanical Name
Amaranthus spp.
IFRA Status
Keine bekannten Einschränkungen
Synonyms
AMARANTHUS
Physical Properties
Odor Strength
Mittel
Appearance
rötlich braunes bis dunkelrötlich braunes Pulver
Flash Point
32,00 °F. TCC ( 0,00 °C. ) (geschätzt)
In Perfumery
Amaranth (Amaranthus spp.) ist eine konzeptionelle Note in der Parfümerie, die eher an den erdigen, körnigen Charakter der getrockneten Pflanze als an eine bestimmte Extraktion erinnert. Die Note liegt an der Schnittstelle von Grün, Getreide und Mineral – eine trockene, staubige, leicht süße Qualität, die sich als „altes Feld“ oder „getrocknete Ernte“ lesen lässt. Es wird typischerweise aus erdgrünen Molekülen (Vetiver, Spuren von Heuabsolue), getreideähnlichen Materialien (Furfural, Maltol, Pyrazine) und einer trockenen, mineralischen Basis rekonstruiert. In Kompositionen fungiert Amaranth als atmosphärische Note vom Herzen bis zur Basis und verleiht naturalistischen und avantgardistischen Düften eine landwirtschaftliche Textur. Es passt zu Vetiver, Weizen, getrocknetem Gras und mineralischen Noten.