GRÜNE, KRÄUTER UND FOUGERES / frisch · grün · Zitrus
Koriander
Category
GRÜNE, KRÄUTER UND FOUGERES
Subcategory
frisch · grün · Zitrus
Origin
Volatility
Herznote
Botanical
Coriandrum sativum
Appearance
Blassgelbe bis bernsteinfarbene Flüssigkeit
Odor Strength
Mittel
Producing Countries
China, Indien, Mexiko, Marokko
Pyramid
Herz
Grün, seifig und polarisierend. Koriander riecht nach zerstoßenen Blattstielen mit einem metallisch-aldehydischen Biss – für einige hell und krautig, für andere überwältigend seifig, je nach Genetik.
Intensiv grün und aldehydisch – wie das Abbrechen eines frischen Kräuterstiels und das Heranhalten an die Nase. Die fetten, wachsartigen Aldehyde (Decenal, Dodecenal) erzeugen eine seifige Frische, die zwischen frisch und scharf schwankt. Darunter sorgt eine blumig-würzige Note von Linalool für Erdung.
Im Vergleich zu Koriandersamenöl (vorwiegend Linalool, warm-würzig-blumig) ist Korianderblattöl roher, grüner, schärfer – ein wildes Kraut im Gegensatz zu einem sauberen Gewürz. Im Vergleich zu Petersilie ist Koriander heller und aldehydischer, weniger erdig. Das Material spaltet Menschen nach ihrer Genetik, nicht nach ihrem Geschmack.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Ein heller, grüner, aldehydischer Ausbruch – scharf und frisch, mit einer unverkennbaren seifig-wachsartigen Qualität durch den Gehalt an Decenal und Dodecenal. Intensiv krautig.
After a few hours
After a few hours
Die aldehydische Schärfe verfliegt schnell. Eine weichere, blumig-krautige Note tritt hervor (der Linalool-Anteil), wärmer und weniger konfrontativ. Die seifige Kante mildert sich.
After a few days
After a few days
Sehr wenig bleibt zurück. Die flüchtigen Aldehyde des Korianders sind kurzlebige Moleküle. Ein schwacher, wachsig-grüner Hauch kann auf Stoffen verbleiben, aber die charakteristische Schärfe ist innerhalb von Stunden verschwunden.
Terroir & Origins
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The Full Story
Koriander in der Parfümerie bezieht sich speziell auf das Blatt und den Stiel von Coriandrum sativum – dieselbe Pflanze, deren getrocknete Samen Korianderöl liefern, ein völlig anderes aromatisches Material. Die Unterscheidung ist wichtig: Koriandersamenöl besteht überwiegend aus Linalool (62-77%), sauber und blumig-würzig. Korianderblattöl wird von ungesättigten Aldehyden dominiert – (E)-2-Decenal (16-47%), Decanal (5-19%), (E)-2-Dodecenal (4-9%) – die sein charakteristisches scharfes, grünes und kontroverses Aroma erzeugen.
Die Kontroverse ist genetisch bedingt. Eine Variante auf Chromosom 11 (im OR6A2-Olfaktorrezeptor-Gencluster) führt dazu, dass etwa 4-14 % der Bevölkerung Koriander als intensiv seifig, metallisch oder ähnlich zerquetschten Insekten wahrnehmen. Für den Rest wirkt Koriander hell, frisch, grün und appetitlich. Das macht ihn zu einem subjektiven Rohstoff in der Parfümerie.
Das aldehydische Profil – insbesondere (E)-2-Decenal und (E)-2-Dodecenal – verleiht Korianderblattöl seinen fettigen, wachsartigen, leicht seifigen Charakter. Dieselben Aldehyde sind verantwortlich für die charakteristische grüne Schärfe des frischen Krauts. Decanal trägt eine leicht zitrusartige, wachsartige Süße bei. Der Linaloolgehalt (12-30 %) bildet eine blumige Brücke zum Charakter des Samenöls.
In der Parfümerie ist Korianderblattöl selten und spezialisiert. Es erscheint in grünen, krautigen Akkorden, einigen gourmandigen Kompositionen, die kulinarische Authentizität suchen, und avantgardistischen Nischenparfums, die polarisierende Inhaltsstoffe annehmen.
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Der Name Koriander leitet sich vom griechischen Wort „koris“ ab, was „Wanze“ bedeutet. Die alten Griechen dachten, die zerdrückten Blätter rochen nach Insekten. Moderne Genforschung bestätigte, was sie vermutet hatten: Die seifig-metallische Wahrnehmung von Koriander hängt mit Variationen im OR6A2-Gen auf Chromosom 11 zusammen, einem olfaktorischen Rezeptorgen, das empfindlich auf die ungesättigten Aldehyde reagiert, die im Blattöl dominieren.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Ätherisches Öl wird aus den frischen oberirdischen Teilen (Blätter und Stängel) von Coriandrum sativum dampfdestilliert. Das Öl ist hellgelb bis gelbgrün. Der Ertrag ist gering, typischerweise 0,1–0,4 % des Frischkräutergewichts – deutlich niedriger als der Ertrag von Koriandersamenöl. Diese geringe Ausbeute und der empfindliche, leicht abbaubare Aldehydgehalt machen Korianderblattöl relativ teuer. Zu den wichtigsten Produzenten zählen Indien, Ägypten und Russland. Durch die CO2-Extraktion kann ein größerer Teil der flüchtigen Aldehydfraktion erhalten bleiben, dies ist jedoch keine übliche kommerzielle Praxis.
Korianderblattöl ist ein Kopfnote-Akzent, der in sehr niedrigen Konzentrationen (0,1-0,5 %) verwendet wird, um eine grüne, krautige Frische mit einer aldehydischen Note zu verleihen. Es kann Zitrusakkorde schärfen, Authentizität zu krautigen-kulinarischen Kompositionen hinzufügen und eine provokative, polarisierende grüne Note in avantgardistischen Formulierungen einführen. Es wirkt in Zitrus-, Amber-, krautigen, grünen und Gewürz-Gourmet-Akkorden. Die fetten Aldehyde verleihen einen besonderen wachsartigen grünen Charakter, der sich von anderen Kräuterölen unterscheidet. Aufgrund der genetischen Wahrnehmungsunterschiede muss Koriander mit dem Bewusstsein dosiert werden, dass es von verschiedenen Trägern unterschiedlich wahrgenommen wird. Koriander ist in keinem aktuellen Premiere Peau Duft enthalten.