Süß, grün-anisig mit einer kräuterigen, fast estragonartigen Schärfe. Estragol riecht, als würde man ein frisches Estragonblatt kauen – lakritzesüß, grün, mit einer leicht medizinischen Note.
Im Auftakt süßgrüner Anis, deutlich kräuterig und estragonartig. Grüner und scharfer als Anethol, weniger rein süß als Anisaldehyd, pflanzlicher als Trans-Anethol. Es gibt einen frischen, fast kampferartigen Biss, der in eine warme, lakritzgrüne Mitte übergeht. Auf dem Löschpapier bleibt der Kräutercharakter bestehen, während die Anissüße sanft abklingt.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Süßer grün-anisartiger Ausbruch, kräuterig und leicht scharf. Estragonähnlich.
After a few hours
After a few hours
Warmes Lakritz-Grün im Herzen. Kräutercharakter dominiert. Kampferartige Note mildert ab.
CAS 140-67-0. Auch bekannt als Methylchavicol oder p-Allylanisol. Ein Phenylpropanoid, das natürlich in Estragon (Artemisia dracunculus), Basilikum (exotischer/methylchavicol Chemotyp), Fenchel und Anis vorkommt. Das Molekül ist die definierende Aromaverbindung des französischen Estragons.
Der Duft ist süß, grün und deutlich anisartig – ähnlich wie Anethol, aber grüner, kräuteriger und weniger rein süß. Es gibt eine frische, leicht scharfe Qualität, die es von der weicheren Süße des Anethols unterscheidet. Bei hohen Konzentrationen kann eine leicht medizinische oder kampferartige Note auftreten.
Estragol wird in der Parfümerie als kräuter-anisartiger Modifikator verwendet, obwohl seine Nutzung aufgrund von Sicherheitsbedenken zunehmend hinterfragt wird – das Molekül zeigte in einigen Studien genotoxisches Potenzial, und die IFRA empfiehlt, seine Konzentration in Fertigprodukten zu begrenzen. Es bleibt eine wichtige charakteristische Komponente in Basilikum-, Estragon- und Anisrekonstruktionen.
Der Name Estragol leitet sich von „estragon“ ab, dem französischen Wort für Estragon, das wiederum vom lateinischen „dracunculus“ (kleiner Drache) stammt. Mittelalterliche Kräuterheilkundler glaubten, Estragon könne Schlangenbisse heilen, daher die drakonische Bezeichnung.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Natürlich in Basilikumöl (Methylchavicol-Chemotyp, 70–90 %), Estragonöl (60–75 %) und Fenchelöl enthalten. Aus diesen ätherischen Ölen lassen sich durch fraktionierte Destillation isolieren. Wird auch synthetisch aus Allylbenzol durch Methylierung hergestellt. Die häufigste kommerzielle Quelle ist die Basilikumölroute von den Komoreninseln.
Top-zu-Herz-Modifikator in krautigen-anisartigen, aromatischen und grünen Kompositionen. Estragol ist das charakteristische Molekül für Estragon- und exotische Basilikumakkorde. In der feinen Parfümerie verleiht es aromatischen Kompositionen eine ungewöhnliche krautige-anisartige Frische – weniger erwartet als Lavendel oder Rosmarin und komplexer. Es wirkt in Fougère-Strukturen, in denen eine lakritz-krautige Qualität gewünscht wird. Die Anwendungsniveaus sind aufgrund von IFRA-Beschränkungen des Estragolgehalts in Verbraucherprodukten typischerweise niedrig.