GRÜNE, KRÄUTER UND FOUGERES / scharf · schwefelhaltig · erdig
Knoblauch
Category
GRÜNE, KRÄUTER UND FOUGERES
Subcategory
scharf · schwefelhaltig · erdig
Origin
Volatility
Herznote
Botanical
Allium sativum
Appearance
Blassgelbe bis bernsteinfarbene, stechende ölige Flüssigkeit
Odor Strength
Mittel
Producing Countries
China, Indien, Südkorea, Spanien
Pyramid
Herz
Scharfer Schwefel, scharf und durchdringend, unter dem sich eine geröstete Süße verbirgt. Knoblauch riecht nach Alliinase-Chemie in Aktion – eine zerdrückte Gewürznelke, die ihr flüchtiges Arsenal freisetzt.
Roh: scharfer, scharfer, durchdringender Schwefel – Diallyldisulfid dominiert. Aus der Ferne entsteht eine grün-pflanzliche Qualität. Geröstet: milder, süßer, mit karamellisierter Schwefelwärme und nussigen Maillard-Untertönen. Aggressiver als Zwiebeln, wesentlich scharfer als Schnittlauch. In Spuren verleihen die Schwefelverbindungen des Knoblauchs den Kompositionen eine unterschwellige Vitalität, ohne dass sie erkennbar sind.
Schwefel verflüchtigt sich schnell, schwache geröstete Süße kann verbleiben
After a few days
After a few days
Auf der Haut praktisch nicht wahrnehmbar – extrem flüchtig
The Full Story
Knoblauch (Allium sativum) ist das schärfste Mitglied der Gattung Allium. Sein charakteristischer Geruch ist in der intakten Knolle nicht vorhanden – er entsteht enzymatisch, wenn Zellen zerdrückt werden und Alliinase freigesetzt wird, die Alliin in Allicin (Diallylthiosulfinat) umwandelt. Allicin zerfällt dann schnell in Diallyldisulfid, Diallyltrisulfid und andere flüchtige Schwefelverbindungen.
In der Parfümerie ist Knoblauch eine radikale Nischenwahl – eine bewusst konfrontative Note. Er erscheint in ultra-naturalistischen, kulinarisch inspirierten oder provokanten Avantgarde-Kompositionen. In Mikrodosen können Schwefelverbindungen einer grünen oder animalischen Akkordstruktur eine unbewusste „lebendige“ Qualität verleihen, ohne als Knoblauch erkennbar zu sein. Gerösteter Knoblauch ist süßer und milder, mit Maillard-Reaktionsprodukten (Furfural, Methylfuranon), die den Schwefel abschwächen.
Die Note fungiert als Schockelement in der Kopfnote. Sie ist stark flüchtig und verflüchtigt sich schnell, aber ihr erster Eindruck ist unvergesslich. Die Herausforderung für den Parfümeur ist die Dosierung: Zu viel zerstört die Komposition; eine Spur kann sie elektrisieren.
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Allicin, das Molekül, das für den Geruch von frischem Knoblauch verantwortlich ist, hat bei Raumtemperatur eine Halbwertszeit von weniger als einer Stunde. Wenn Sie Knoblauch riechen, hat das Allicin bereits begonnen, sich in Dutzende anderer Schwefelverbindungen zu zersetzen – der Geruch ist buchstäblich ein auseinanderfallendes Molekül.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Die Wasserdampfdestillation frischer oder getrockneter Knoblauchzehen ergibt Knoblauchöl, das hauptsächlich aus Diallyldisulfid und Diallyltrisulfid besteht. Durch die CO2-Extraktion bleibt ein vollständigeres Aromaprofil erhalten, auch bei Maillard-Produkten. In der Parfümerie wird die Note meist mit synthetischen Schwefelverbindungen in extremer Verdünnung erreicht.
Molecular Formula
Schlüsselaromastoff: Allicin C₆H₁₀OS₂
CAS Number
8000-78-0
Botanical Name
Allium sativum
IFRA Status
Keine bekannten Einschränkungen
Synonyms
ALLIUM · AJO · KNOBLAUCH
Physical Properties
Odor Strength
Mittel
Appearance
Blassgelbe bis bernsteinfarbene, stechende ölige Flüssigkeit
Flash Point
130,00 °F. TCC (54,44 °C.)
Specific Gravity
1,04000 bis 1,09000 bei 25,00 °C.
Refractive Index
1,55900 bis 1,57900 bei 20,00 °C.
In Perfumery
Knoblauch ist eine extreme Nischennote, die als Schockelement in der Kopfnote oder in Spuren als animalisch-grüner Modifikator verwendet wird. Der wichtigste flüchtige Stoff (Allicin/Diallyldisulfid) ist äußerst scharf und vergänglich. In Mikrodosen verleihen Schwefelverbindungen grünen oder animalischen Akkorden eine unterschwellige „lebendige“ Qualität. In höheren Dosen wirkt Knoblauch bewusst konfrontativ – er wird in avantgardistischen, kulinarischen oder provokanten Kompositionen verwendet. Die Kontrolle der Dosierung ist entscheidend.