Pudrige, kalte, erdige Eleganz – als würde man sein Gesicht in kühlen, trockenen Ton drücken, der mit violettem Puder bestäubt ist. Irisbutter ist die destillierte Essenz der Geduld: drei Jahre Rhizomreifung für ein paar Gramm absoluten Luxus.
Kalt, pudrig, violett-erdig. Trocken statt süß – wie kühler Ton, bestäubt mit Kosmetikpuder und einem Hauch von Karotte. Der Irone-Gehalt verleiht ihm eine metallische, fast mineralische Note. Nichts anderes in der Parfümerie riecht ganz wie echtes Irisbutter – synthetische Ionone kommen dem nahe, fehlen aber die erdige Tiefe und die kalte, alabasterartige Qualität. Doppel Dancers von Première Peau baut auf diesem Terrain auf.
Wärmer, mehr nach Karotte, tiefere erdige Lehmqualität
After a few days
After a few days
Anhaltender pudriger Rückstand, trocken, kühl, still edel
The Full Story
Irisbutter (Orrisbutter) ist der wachsartige, halbfeste Extrakt, der aus den getrockneten und gealterten Rhizomen von Iris pallida oder Iris germanica gewonnen wird. Es ist ein teures Naturmaterial in der Parfümerie — die aktuellen Preise liegen je nach Irongehalt zwischen 40.000 und 100.000 US-Dollar pro Kilogramm.
Die Magie liegt im Warten. Frisch geerntete Irisrhizome riechen nach roher Kartoffel. Erst nach 3-5 Jahren Trocknung und Reifung wandeln enzymatische Prozesse Iridale (geruchslose Vorstufen) in Irone um — die Alpha-, Beta- und Gamma-Isomere, die Orris seinen charakteristischen pudrigen, veilchenartigen, erdigen Duft verleihen. Alpha-Isomethylionon ist der dominierende Duftstoff, aber die natürliche Butter enthält Hunderte von Nebenverbindungen, die synthetische Rekonstruktionen nicht erreichen können.
Iris pallida wird hauptsächlich in der Nähe von Florenz, Italien (besonders rund um San Polo in Chianti), und in Marokko angebaut. Das florentinische Material mit seinem höheren Irongehalt erzielt Premiumpreise.
In der Parfümerie ist Irisbutter die ultimative pudrige Note — kalt, trocken, leicht metallisch, mit einem erdigen Veilchencharakter. Sie ist das Rückgrat der Iris/Orris-Familie und eine Schlüsselkomponente in Luxuskompositionen.
Von der Pflanzung bis zur fertigen Butter dauert die Iris sechs bis acht Jahre – der längste Produktionszyklus aller natürlichen Parfümzutaten. Ein Florentiner Irisbauer pflanzt Rhizome, wohlwissend, dass die Ernte erst in drei Jahren ein Einkommen bringen wird und die Butter erst in sechs Jahren reif sein wird.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Rhizome von Iris pallida oder Iris germanica werden nach 3 Jahren Wachstum geerntet, dann geschält und weitere 3–5 Jahre getrocknet, um die enzymatische Umwandlung von Iridalen in Irones zu ermöglichen. Die gealterten Rhizome werden dann dampfdestilliert, um Irisbeton herzustellen, der durch Waschen mit Lösungsmittel weiterverarbeitet wird, um Irisbutter (Orris-Absolue) zu erhalten. Ertrag: ca. 0,1–0,2 % aus getrockneten Rhizomen. Hauptanbau: Region Florenz (Italien), Marokko.
Molecular Formula
Hauptduftstoff: α-Isomethylionon/Irone (C₁₄H₂₂O); Myristinsäure (C₁₄H₂₈O₂) ist Hauptbestandteil (~85%)
CAS Number
8002-73-1 (Iriswurzelöl/-butter)
Botanical Name
Iris pallida / Deutsche Schwertlilie
IFRA Status
Keine bekannten Einschränkungen
Synonyms
IRIS ABSOLUTE · IRISWURZELEXTRAKT
Physical Properties
Odor Strength
Mittel
Specific Gravity
0,930–0,950 @ 20°C
Melting Point
44–50 °C
In Perfumery
Irisbutter (Orrisbutter) ist eine Herz- bis Basisnote und eines der etabliertesten Materialien in der Parfümerie. Alpha-, Beta- und Gamma-Irone verleihen ihr den charakteristischen pudrigen, veilchen-erdigen Duft. Sie fungiert als prägende Note in Iris-/Orris-Kompositionen und als pudriger Modifikator in Chypres, Lederakkorden und aldehydischen Floralen. Synthetische Alternativen umfassen Alpha-Isomethyl-Ionon, Irival (ein großer Aroma-Chemikalien-Lieferant) und Orris Pure (verschiedene Lieferanten), doch keine repliziert vollständig die kalte, erdige Komplexität des natürlichen Butters. Aufgrund der extremen Kosten des Materials (40.000–100.000 $/kg) verwenden die meisten kommerziellen Düfte synthetische Irone.