N/A (fantastischer Akkord – kein einzelnes Material)
Odor Strength
Mittel
Producing Countries
China, Indien, Türkei
Pyramid
Herz
Dick, süß, fast erstickende Wärme – getrocknetes Harz, zerstoßene Nelkenknospen und die Rückseite eines Souks bei Dämmerung. Der Opium-Akkord in der Parfümerie ist eine konstruierte Dunkelheit, kein botanischer Extrakt.
Dichte, balsamisch-würzige Wärme mit einem harzigen Kern. Schwerer als ein Amberakkord, weniger rein als Vanille, klaustrophobischer als Sandelholz. Der dominierende Eindruck ist von süßer Dunkelheit — honigartig, aber schattig, mit einer scharfen, nelkenähnlichen Note, die verhindert, dass es rein gourmand wird. Eine indolische, fast überreife blumige Qualität liegt darunter und verleiht dem Akkord seinen narkotischen Charakter.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Scharfer Nelken-Gewürzstoß über süßem balsamischem Harz, dichte florale Indole
After a few hours
After a few hours
Labdanum-Benzoin-Wärme dominiert, Gewürz wird weicher, animalischer Unterton tritt hervor
Opium ist ein Fantasieakkord. Kein Parfümeur arbeitet mit echtem Opiumlatex – es ist ein weltweit kontrolliertes Betäubungsmittel ohne legale Lieferkette in der Parfümerie. Was die Branche „Opium“ nennt, ist eine synthetische Rekonstruktion: eine dichte, narkotisch-warme Basis, aufgebaut aus sich überlappenden Materialien, die zusammen die kulturelle Idee von Opium tragen, nicht aber seinen tatsächlichen Geruch.
Das echte Latex von Papaver somniferum hat einen deutlich scharfen, bitteren, pflanzlichen Geruch – eher wie nasse Erde und zerdrückte Stängel als etwas Anziehendes. Der Parfümakkord ähnelt ihm kaum. Stattdessen wird der Opiumakkord typischerweise aus Labdanum (lederartige, bernsteinartige Wärme), Benzoe (vanillig-balsamische Süße), Nelkenknospen oder Eugenol (scharfe Würze), Jasmin-Absolue oder indolischen Blüten (narkotische Schwere) und animalischen Modifikatoren wie Kastoreum oder Zibet-Rekonstruktionen aufgebaut.
Der Akkord funktioniert eher als Atmosphäre denn als Zutat – er erzeugt den Eindruck von orientalischer Dekadenz des 19. Jahrhunderts, schweren Vorhängen, dichtem Rauch, überreifer Süße. Er gehört zur gleichen Kategorie wie „Leder“- oder „Wildleder“-Akkorde: eine Interpretation eines kulturellen Objekts durch den Parfümeur, keine Destillation einer Pflanze.
Mohnsamenöl (CAS 8002-11-7) existiert als kosmetisches Weichmacheröl, kaltgepresst aus den Samen von Papaver somniferum. Es ist geruchlos bis nahezu geruchlos und spielt keine Rolle in der Duftkomposition.
Der Latex des Schlafmohns enthält über 80 verschiedene Alkaloide. Morphin allein macht 10-15 % des Rohopiums nach Gewicht aus. Die Türkei – die 1974 unter US-Druck die Ernte von Opiumgummi verboten hat – produziert heute über die Hälfte der weltweiten legalen Mohnernte für die pharmazeutische Gewinnung, wobei eine „Mohnstroh“-Methode verwendet wird, die die gesamte getrocknete Kapsel verarbeitet, anstatt den Latex durch Einschneiden zu gewinnen.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Opium ist ein Fantasieakkord – es gibt keinen Extraktionsprozess. Der Opium-Latex des Schlafmohns (Papaver somniferum) ist eine Substanz der Liste II (UN-Einheitsübereinkommen über Suchtstoffe, 1961) und steht für die Parfümherstellung nicht zur Verfügung. Mohnsamenöl (Papaver somniferum Samenöl, CAS 8002-11-7) kann durch Kaltpressung aus den Samen gewonnen werden und wird als kosmetisches Weichmacheröl verwendet, ist jedoch im Wesentlichen geruchlos und für Düfte irrelevant. Die „Opium“-Note wird vollständig aus anderen Materialien aufgebaut: natürlichen Harzen, Gewürzisolaten, synthetischen Moschusnoten und floralen Absolues.
Molecular Formula
N/A (komplexer Akkord, kein einzelnes Molekül)
CAS Number
N/A (fantasievoller Akkord)
Botanical Name
Schlafmohn
IFRA Status
N/A — Fantasieakkord; einzelne Komponenten unterliegen eigenen IFRA-Beschränkungen
Synonyms
MOHNHARZ · OPIAT
In Perfumery
Der Opium-Akkord fungiert als Herz-zu-Basis-Stimmungsgeber in Amber-, würzig-blumigen und narkotischen Kompositionen. Er ist kein einzelnes Molekül, sondern eine konstruierte Mischung – typischerweise Labdanum, Benzoe, Eugenol, dichte Blüten (Jasmin, Ylang) und animalische Modifikatoren. Der Akkord verleiht olfaktorisches Gewicht und Erzählkraft: Er suggeriert Übermaß, Wärme, Rausch. Er verankert Kompositionen in der Amber-Familie und verbindet blumige Herzen mit harzigen, weihrauchähnlichen Basen. Einige Parfümeure verwenden den Begriff locker, um jede dichte, süß-würzig-balsamische Kombination zu beschreiben. Der Akkord hat keine standardisierte Formel; jedes Haus entwickelt seine eigene Version.