Pfefferig, harzig, mit bittergrünem Biss. Myrica (Sumpfmyrte) riecht, als würde man in einem schottischen Moorland ein ledriges Blatt zwischen nassen Fingern zerdrücken – kräuterig, kampferhaltig, leicht medizinisch.
Kräuterig-kampferig, pfeffrig, mit harzig-wachsigem Unterton. Näher am Lorbeer als an der Myrte. Grüner und wilder als Rosmarin, weniger süß als Eukalyptus, mit deutlich sumpfiger, feuchter Qualität – am Rand schweben Torf und feuchter Adlerfarn. Die Blattdrüsen sorgen für eine wachsartige Klebrigkeit.
Myrica gale (Sumpfmyrte, süße Myrte) ist ein Feuchtgebüsch, das in Nordeuropa, Nordamerika und Nordostasien heimisch ist. Seine harzigen, aromatischen Blätter werden seit mindestens dem frühen Mittelalter als Bierwürze (Gruit) verwendet, bevor Hopfen zum Standard wurde. Das ätherische Öl wird durch Dampfdestillation aus Blättern und Zweigen gewonnen.
Das flüchtige Profil wird dominiert von Alpha-Pinen, 1,8-Cineol (Eukalyptol), Myrcen, Limonen und Para-Cymen – eine terpene-reiche Zusammensetzung, die als krautig-kampferartig mit einer pfeffrigen, leicht medizinischen Note wahrgenommen wird. Der Duft ähnelt eher Lorbeer oder Myrte als einem echten Mitglied der Myrtengewächse. Ein harziger, wachsartiger Unterton stammt von den Drüsen auf der Blattoberfläche.
In der Parfümerie ist Myrica-Öl ein Nischenaromamodifikator. Es verleiht einen wilden, sumpfigen, krautig-grünen Charakter, der in Fougère-, aromatischen und Wildnis-Kompositionen nützlich ist. Die Note liegt im Kopf- bis Herzbereich und bietet eine robuste Alternative zu Standard-Lavendel oder Rosmarin.
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Bevor Hopfen nach dem 15. Jahrhundert das europäische Brauwesen dominierte, war die Moormyrte der wichtigste Bitterstoff in Grut – der mittelalterlichen Gewürzkräutermischung, die in ganz Nordeuropa zum Aromatisieren und Konservieren von Bier verwendet wurde.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Wasserdampfdestillation von frischen oder getrockneten Blättern und Zweigen. Die Ausbeute ist niedrig (typischerweise 0,3–0,5 %). Das Öl ist hellgelb bis grünlich mit einem starken kräuterig-harzigen Geruch.
Myrica-Gale-Öl (Sumpfmyrtenöl) ist ein aromatischer, von oben bis unten wirkender Modifikator, der einen wilden, sumpfigen, kräutergrünen Charakter verleiht. Sein terpenreiches Profil (Alpha-Pinen, Cineol, Myrcen) liest sich als robuste Alternative zu Lavendel oder Rosmarin. Die Note funktioniert in Fougere-, Aroma- und Wild-Natur-Kompositionen. Es harmoniert mit Vetiver-, Moos-, Torf- und Nadelholznoten in Kompositionen im Moorland-Stil.