Schwer, erdig-animalisch, holzig-wurzelig. Narde (Spikenard) riecht, als ob die Erde selbst aromatisch geworden wäre – feuchte Erde, der dunklere Cousin von Patschuli, uralt und medizinisch.
Schwer, erdig, holzig-animalisch, leicht säuerlich. Dunkler als Patschuli, wurzeliger als Vetiver. Die Isovaleriansäure verleiht ihm eine leicht käsige, schweißige Note, die Teil seines antiken Charakters ist. Als würde man einen versiegelten Tontopf öffnen, der jahrhundertelang getrocknete Wurzeln enthielt – feuchte Erde, Pilze, altes Holz, etwas leicht Tierisches.
Nard (Nardostachys jatamansi, Spikenard) ist eine Pflanze aus der Familie der Baldriane im Himalaya, deren Rhizome eines der ältesten dokumentierten Parfümrohstoffe liefern. Das ätherische Öl hat einen schweren, erdigen, holzig-animalischen Charakter, dominiert von patchouli-ähnlichen Sesquiterpenen (Patchoulol, Jatamansone/Valeranone) und Isovaleriansäure (die schweißig-käsige Note, die auch in Baldrianwurzel vorkommt).
Das Öl nimmt eine einzigartige olfaktorische Position ein — dunkler und animalischer als Patchouli, weniger trocken als Vetiver, mit einer leicht säuerlichen, fermentierten Qualität durch die Isovaleriansäure. Alte Texte beschreiben es als kostbares Aromatikum — das Johannesevangelium erwähnt Maria von Bethanien, die Jesus mit Nard im Wert von 300 Denarii salbte (ungefähr ein Jahreslohn).
Nardostachys jatamansi wächst in 3.000-5.000 Metern Höhe im Himalaya — Nepal, Bhutan, Sikkim, Yunnan. Es steht aufgrund von Überernte in Anhang II des CITES-Abkommens. Der Lebensraum der Pflanze gehört zu den am schwersten zugänglichen.
In der Parfümerie liefert Nard eine uralte, erdige, schwere Basisnote mit biblischen und historischen Bezügen.
Im Johannesevangelium salbt Maria von Bethanien die Füße Jesu mit einem Pfund reiner Narde im Wert von 300 Denaren – ungefähr dem Jahreslohn eines Arbeiters. Bei den heutigen Preisen würde die entsprechende Menge echtes Nardenöl aus dem Himalaya etwa 500–1.000 US-Dollar kosten.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Wasserdampfdestillation von getrockneten Rhizomen und Wurzeln von Nardostachys jatamansi. Ausbeute ca. 1-2 %. Die Wurzel muss vor der Destillation getrocknet werden. Wild geerntet auf 3.000–5.000 Metern Höhe in Nepal und Bhutan. CITES-Anhang II – Für den Handel sind Genehmigungen erforderlich. In Nepal laufen einige Anbaubemühungen, um den Druck auf Wildpopulationen zu verringern.
Narde (Spikenard, Nardostachys jatamansi) sorgt für eine schwere, erdig-animalische Basisnote mit antikem Charakter. Hauptbestandteile: Jatamanson/Valeranon (holzig-erdig), Patchoulol (patschuliartig), Isovaleriansäure (schweißig-fermentiert). Funktioniert in religiösen/Weihrauch-, orientalischen und historisch orientierten Kompositionen. CITES Anhang II – Beschaffung erfordert Zertifizierung. Passt zu Weihrauch, Myrrhe und Sandelholz in heiligen Weihrauchakkorden.