NATÜRLICH UND SYNTHETISCH, POPULÄR UND EIGENWILLIG / grün · erdig · Gourmand
Kokain
Category
NATÜRLICH UND SYNTHETISCH, POPULÄR UND EIGENWILLIG
Subcategory
grün · erdig · Gourmand
Origin
Volatility
Kopfnote
Botanical
Erythroxylum coca
Appearance
Weißes kristallines Pulver (Freebase)
Odor Strength
Mittel bis stark
Producing Countries
Südamerika
Pyramid
Oben
Chemisch, leicht süßlich, lösungsmittelartig. Der Geruch von Kokainhydrochlorid stammt nicht vom Kokablatt, sondern ist eine synthetisch-pharmazeutische Qualität aus der Verarbeitung von Chemikalien.
Chemisch rein, leicht süßlich, mit einer lösungsmittelartigen Note. Nicht natürlich riechend – die pharmazeutische Qualität dominiert. Die bei der Verarbeitung anfallenden Ether-Aceton-Rückstände verleihen ihm einen kalten, klinischen Charakter. Das Hydrochloridsalz selbst hat eine schwache, leicht süßliche Qualität. Nichts geht über eine Pflanze; vollständig ein Produkt der chemischen Verarbeitung.
Fast verschwunden – flüchtiger Lösemittelcharakter verfliegt schnell
The Full Story
Kokain als Duftreferenz beschreibt zwei sehr unterschiedliche Gerüche: das Cocablatt (Erythroxylum coca), das ein mildes, grünes, teeartiges Aroma hat, und Kokainhydrochlorid (das verarbeitete Pulver), das einen chemischen, leicht süßlichen, lösemittelartigen Geruch durch Rückstände von Verarbeitungschemikalien (Äther, Aceton, Benzin) aufweist.
Die Coca-Pflanze selbst ist botanisch geruchlich unspektakulär – die Blätter haben eine milde, leicht bittere, grün-krautige Qualität. Was Menschen als „Kokain-Geruch“ identifizieren, ist fast ausschließlich der Geruch der chemischen Verarbeitung: Lösungsmittelrückstände, die besondere kristalline Qualität des Hydrochloridsalzes und Streckmittel.
In der Parfümerie ist diese Note äußerst selten und konzeptionell – sie verweist auf das Nachtleben, Grenzüberschreitungen und die Party-Ästhetik der 1970er- und 80er-Jahre. Sie besteht aus sauberen, chemischen, leicht süßen Materialien und synthetischen Stoffen, die an Lösungsmittel erinnern.
Reines Kokainalkaloid (als Freebase) hat fast keinen Geruch. Eigentlich sind Drogenspürhunde darauf trainiert, Methylbenzoat aufzuspüren, ein Abbauprodukt von Kokain, das einen angenehmen, leicht fruchtig-blumigen Geruch hat. Die Hunde riechen das Abbauprodukt, nicht das Medikament selbst.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Das Kokablatt wird nicht kommerziell für die Parfümerie gewonnen. In einigen Lebensmitteln wird entkokainierter Kokablattextrakt verwendet. Der „Kokaingeruch“ in der Parfümerie ist ein chemischer Lösungsmittel-Akkord, kein natürlicher Auszug.
Molecular Formula
C17H21NO4
CAS Number
50-36-2
Botanical Name
Erythroxylum coca
IFRA Status
Nicht anwendbar – Kokain ist eine Substanz der Liste II. Besitz, Gebrauch und Handel sind durch internationale Drogenübereinkommen geregelt.
Synonyms
COCA-ALKALOID · BENZOYLMETHYLECGONIN
Physical Properties
Odor Strength
Mittel bis stark
Appearance
Weißes kristallines Pulver (Freebase)
Boiling Point
187–188 °C (freie Base)
Melting Point
98 °C (freie Base); 197 °C (Hydrochlorid)
In Perfumery
Kokain ist eine extreme konzeptuelle Note, die nur in provokanten, Nachtleben-bezogenen oder transgressiven Kompositionen verwendet wird. Hergestellt aus sauberen chemischen Materialien, lösungsmittelnahen Kunststoffen und leicht süßlichen kristallinen Elementen. Keine praktische Parfümzutat, sondern eine kulturelle Referenz. Fungiert als erzählerisch-atmosphärisches Element in Kompositionen, die sich mit Hedonismus und Nachtlebensästhetik auseinandersetzen.