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Fougère-Akkord

GRÜNE NOTEN, KRÄUTER UND FOUGÈRES  /  erdig · frisch · holzig
Fougère-Akkord
Fougère-Akkord perfume ingredient
CategoryGRÜNE NOTEN, KRÄUTER UND FOUGÈRES
Subcategoryerdig · frisch · holzig
Origin
VolatilityHerznote
BotanicalN/A — Parfümakkord (benannt nach dem französischen Wort für „Farn“)
AppearanceN/A — konzeptionelle Duftfamilie/Akkord
Odor StrengthMittel
Producing CountriesN/A — Parfümeriekonzept (ursprünglich aus Frankreich, 1882)
PyramidHerz

Frische Leinenstoffe, die über geschnittenem Heu liegen, ein Hauch von feuchtem Waldboden darunter. Der Fougère-Akkord ist keine einzelne Zutat, sondern eine Strukturformel — Lavendel, Kumarin, Eichenmoos — die keinerlei Ähnlichkeit mit echtem Farn hat.

  1. Scent
  2. Terroir & Origins
  3. The Full Story
  4. Fun Fact
  5. Extraction & Chemistry
  6. In Perfumery

Scent

Kräuter-aromatische Eröffnung, schärfer als Salbei, weniger medizinisch als Eukalyptus. Das Herz ist kumarin-süß – denken Sie an das Innere eines Tabakbeutels, der neben frisch geschnittenem Gras liegt. Darunter feuchte Erde und Flechten. Im Vergleich zu einem Chypre ist das Fougère trockener und vertikaler: Während Chypre sich horizontal über Bergamotte-Labdanum-Moos ausbreitet, schichtet Fougère seine Ebenen eng übereinander. Der Gesamteindruck: ein gebügeltes Leinenhemd, das in einer Zedernholzschublade mit einem Zweig getrockneter Lavendel aufbewahrt wird.

Evolution over time

Immediately

Immediately

Heller Lavendel-Kampfer-Kick, krautig und leicht seifig, mit einer zitrus-bergamottenartigen Frische, falls in der Formel enthalten
After a few hours

After a few hours

Die Wärme von Cumarin dominiert — süßes Heu, getrocknetes Tabakblatt, pudrige Mandel. Die rosig-grüne Note des Geraniums tritt hervor. Die aromatische Kopfnote tritt zurück.
After a few days

After a few days

Eichenmoos-Erdigkeit oder der trockene-holzige Charakter von Evernyl bleibt als letzter Rest erhalten. Muskusse mit niedriger Flüchtigkeit und Cumarinspuren verweilen auf dem Stoff. Die moosig-pudrige Signatur ist das, was zurückbleibt.

Terroir & Origins

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The Full Story

Der Fougère-Akkord ist eine architektonische Vorlage, kein Duft. Sein Skelett: Lavendel oben, Kumarin und Geranie im Herzen, Eichenmoos verankert die Basis. Kein Farn riecht so. Der Name stammt von Fougère Royale, geschaffen von Paul Parquet für Houbigant — zuerst um 1882 als Seife veröffentlicht, dann circa 1884 als Flakon-Duft. Diese Komposition war die erste, die ein synthetisches Molekül enthielt: Kumarin (CAS 91-64-5), das William Henry Perkin 1868 aus Salicylaldehyd und Essigsäureanhydrid synthetisiert hatte.

Das Triad funktioniert, weil jede Schicht ein anderes Register besetzt. Lavendelöl liefert kampferartig-krautige Frische, die zuerst verfliegt. Kumarin — weiße Kristalle, schmelzend bei 70,6 °C, mit Heu- und süßem Tabakduft — füllt den mittleren Bereich mit Wärme. Eichenmoos-Absolue (Evernia prunastri) bietet den dunklen, erdigen, leicht phenolischen Untergrund. Geranie sitzt zwischen Lavendel und Kumarin und verbindet das Frische mit dem Süßen. Salicylate — Methylsalicylat, Amylsalicylat — fügen eine wintergrüne Transparenz hinzu, die den grünen Charakter schärft.

Moderne Fougères verwenden selten natürliches Eichenmoos. Die 49. Änderung der IFRA beschränkt es auf Konzentrationen, bei denen Atranol und Chloroatranol unter 100 ppm bleiben. Evernyl (Methyl β-Orcinolcarboxylat, CAS 4707-47-5) und Ersatzstoffe für Baumflechte füllen die Lücke. Dihydromyrcenol (CAS 18479-58-8) — aggressiv frisch, fast metallisch — trieb die Familie ab den späten 1980er Jahren in Richtung aquatisch-zitrischer Noten und schuf die frische Fougère-Unterkategorie.

Der Fougère ist weniger ein Rezept als ein Proportionsproblem. Zu viel Lavendel wirkt medizinisch. Zu viel Kumarin kippt in gourmandige Süße. Ohne die moosige Basis schwebt er. Die Spannung zwischen diesen drei Polen macht die Struktur nach 140 Jahren produktiv.

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Did You Know?

Did you know?
William Henry Perkin synthetisierte 1868 Cumarin durch die sogenannte Perkin-Reaktion. Als Paul Parquet es etwa 14 Jahre später in Fougère Royale verwendete, war es das erste Mal, dass ein im Labor hergestelltes Molekül in einem kommerziellen Duft auftauchte – ein Ereignis, das die Parfümerie in ein „Davor“ (nur natürliche Materialien) und ein „Danach“ (synthetische Stoffe erlaubt) teilte. Die FDA verbot Cumarin 1954 in Lebensmitteln, nachdem Rattenstudien eine Lebertoxizität zeigten, obwohl Menschen es anders metabolisieren, hauptsächlich zu dem weniger toxischen 7-Hydroxycumarin.

Extraction & Chemistry

Extraction method: Nicht anwendbar — das Fougère ist eine Formulierungsvorlage, kein extrahierbares Material. Seine Bestandteile werden separat gewonnen: Lavendel-Ätherisches Öl durch Dampfdestillation von Lavandula angustifolia Blütenspikes (Ausbeute ca. 1,4–1,6 % aus frischem Pflanzenmaterial). Kumarin wird über die Perkin-Reaktion synthetisiert — Kondensation von Salicylaldehyd mit Essigsäureanhydrid in Gegenwart von Natriumacetat, erstmals 1868 durchgeführt. Eichenmoos-Absolue wird durch Lösungsmittel-Extraktion (typischerweise Hexan) von Evernia prunastri Flechte gewonnen, anschließend mit Alkohol gewaschen; moderne IFRA-konforme Versionen erfordern zusätzliche Molekulardestillation, um Atranol und Chloroatranol unter 100 ppm zu reduzieren. Evernyl wird synthetisch hergestellt.

↑ See Terroir & Origins for origin-specific methods.

Molecular FormulaN/A — Akkord aus mehreren Materialien zusammengesetzt
CAS NumberN/A — olfaktorische Akkord (kein einzelner chemischer Stoff)
Botanical NameN/A — Parfümakkord (benannt nach dem französischen Wort für „Farn“)
IFRA StatusBestandteile können einzeln reguliert werden (z. B. Eichenmoos gemäß der 49. IFRA-Änderung)
SynonymsFougère
Physical Properties
Odor StrengthMittel
AppearanceN/A — konzeptionelle Duftfamilie/Akkord

In Perfumery

Struktureller Akkord, der das Rückgrat einer gesamten Duftfamilie bildet. Das Fougère fungiert als kompositorische Vorlage und nicht als eigenständige Zutat – es bietet eine architektonische Logik. Die klassische Triade (Lavendel, Kumarin, Eichenmoos) schafft eine vertikale Progression von frisch-krautig über süß-pudrig bis hin zu dunkel-moosig. Geranie vermittelt typischerweise zwischen Lavendel und Kumarin. Salicylate (Methyl- und Amylsalicylat) sorgen für grüne Transparenz. Das Fougère dominiert die maskuline Duftarchitektur. Untervarianten umfassen aromatische Fougères (mit Rosmarin- und Thymianzusätzen), frische Fougères (auf Dihydromyrcenol, CAS 18479-58-8, basierend) und moderne Fougères (Evernyl ersetzt das eingeschränkte Eichenmoos). Wichtige synthetische Moleküle: Kumarin (CAS 91-64-5) für die Heu-süße Achse, Evernyl (CAS 4707-47-5) für die moosige Basis, Dihydromyrcenol für zitrisch-metallische Frische. Das Fougère überschneidet sich mit Chypre auf der Eichenmoosschicht und mit der aromatischen Familie auf der Lavendelschicht, wodurch es ein strukturelles Bindeglied zwischen mehreren Duftfamilien darstellt.

Vom Rohstoff zum Duft

Das ist, was daraus wird.