Kampferartig, kräuterig, leicht fruchtig-süß. Inula (Ecampane) duftet wie ein Heilkräuterschrank mit einer überraschenden Note reifer Banane unter dem Kampfer.
Kampferartig, kräuterig, mit einem unerwartet fruchtig-süßen Unterton. Das Alantolacton sorgt für medizinische Bitterkeit; der Bananenester sorgt für Süße. Als würde man eine alte Apothekerschublade öffnen, die getrocknete Wurzeln enthält – Kampfer, Kräuter und einen unerklärlichen Duft reifer Früchte. Komplexer als Thymian, weniger rein als Eukalyptus.
Inul a (Inul a helenium, Alant) ist ein großes mehrjähriges Kraut, das in Zentralasien heimisch ist und sich in ganz Europa etabliert hat. Die Wurzel ist der aromatische Teil und liefert ein ätherisches Öl, das von Alantolacton und Isoalantolacton dominiert wird — Sesquiterpenlactone, die einen besonderen kampferartigen, leicht bitter-krautigen Charakter verleihen.
Was Inul a ungewöhnlich macht, ist das Vorhandensein von Isoamylacetat — dem Bananenester — unter seinen flüchtigen Bestandteilen. Dies verleiht dem Wurzelöl eine leicht fruchtig-süße Note unter dem Kampfer und schafft eine unerwartete Dualität aus medizinisch und tropisch-süß.
Der Name der Pflanze stammt von Helena von Troja — der Legende nach wuchs Inula dort, wo ihre Tränen fielen. Sie wird seit über 2.000 Jahren in der europäischen Kräutermedizin verwendet, hauptsächlich bei Atemwegserkrankungen. Die Wurzel wurde auch zur Aromatisierung von Absinth und Wermut genutzt.
In der Parfümerie liefert Inul a Absolue eine besondere krautige-kampferartige Note mit einer fruchtigen Nuance — nützlich in Kompositionen, die Komplexität über standardmäßige Kräutermaterialien hinaus suchen.
Das Alantolacton in der Inulawurzel ist ein starkes Anthelminthikum (Antiparasitikum) – es wurde in der mittelalterlichen europäischen Medizin zur Behandlung von Darmwürmern eingesetzt. Moderne Forschungen haben seine Wirksamkeit gegen mehrere Helminthenarten in vitro bestätigt.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Wasserdampfdestillation oder Lösungsmittelextraktion von getrockneten Inula-Helenium-Wurzeln. Durch die Kristallisation von Alantolacton verfestigt sich das Öl teilweise. Durch die CO2-Extraktion bleiben mehr fruchtige Kopfnoten erhalten. Die Wurzel muss vor der Destillation getrocknet werden. In Mittel- und Osteuropa wild geerntet; etwas Anbau in Frankreich.
VERBOTEN — IFRA verbietet Inula helenium Öl in Duftstoffen aufgrund des hohen Risikos einer starken Hautsensibilisierung (Alantolacton-Gehalt)
Synonyms
Alant, Heilpflanze
Physical Properties
Odor Strength
Mittel
Appearance
tiefblau klare Flüssigkeit
Boiling Point
200,00 °C. @ 760,00 mm Hg
In Perfumery
Inul a (Alant) bietet eine kampferartige, krautige Herznote mit einer einzigartigen fruchtigen (Bananenester) Qualität. Wird in krautigen, medizinischen und komplexen aromatischen Kompositionen verwendet. Die Alantolacton/Isoalantolacton-Chemie verleiht ihm eine bittere, kampferähnliche Basis. Die Isoamylacetat-Spur fügt unerwartete Süße hinzu. Sparsam verwendet – kraftvoll und eigenwillig. Passt gut zu anderen krautigen Materialien (Wermut, Salbei) in bitter-aromatischen Kompositionen. IFRA kann die Verwendung aufgrund des Sensibilisierungspotenzials von Sesquiterpenlactonen einschränken.