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Liebstöckelwurzelöl

Wurzeln und Moose  /  grün · erdig · krautig
Liebstöckelwurzelöl
Liebstöckelwurzelöl perfume ingredient
CategoryWurzeln und Moose
Subcategorygrün · erdig · krautig
Origin
VolatilityHerznote
BotanicalLevisticum officinale
AppearanceBlassgelbe bis dunkelbernsteinfarbene Flüssigkeit
Producing CountriesFrankreich, Deutschland, Niederlande, Polen
PyramidHerz

Scharf, Sellerie-artig mit einer warmen, erdig-würzigen Komplexität. Liebstöckelwurzelöl riecht wie eine konzentrierte Selleriestange, die in warmes Leder getaucht ist – kräuterig, herzhaft, mit einer ungewöhnlichen moschusartigen Tiefe.

  1. Scent
  2. Terroir & Origins
  3. The Full Story
  4. Fun Fact
  5. Extraction & Chemistry
  6. In Perfumery

Scent

Scharfer Sellerie-Kräuter-Auftakt, sofort herzhaft und grün. Wärmer und komplexer als Selleriesamenöl. Es entwickeln sich lederartige, holzige Untertöne. Bei der Verdünnung entsteht eine subtile moschusartig-süße Note. Anders als alles andere in der Palette typischer Parfümeure – bewusst herzhaft, kräuterig, fast kulinarisch. Mäßige Zähigkeit.

Evolution over time

Immediately

Immediately

Pikante Sellerie-Kräuter-Explosion. Würzig, grün, leicht scharf.
After a few hours

After a few hours

Warmes holzig-ledernes Herz. Würziger Charakter vertieft sich. Subtiler moschusartiger Unterton.
After a few days

After a few days

Erdiges Kräuter-Fond. Mäßige Haltbarkeit. Lederartiger Nachklang.

Terroir & Origins

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The Full Story

Ätherisches Öl, dampfdestilliert aus den Wurzeln von Levisticum officinale, einem mehrjährigen Kraut aus der Familie der Apiaceae, das in Südeuropa heimisch ist. Das Öl ist gelb-braun mit einem intensiven, würzig-krautigen Aroma.

Der Duft wird von Phthaliden dominiert – insbesondere 3-Butylidenphthalid und Ligustilid – die dem Liebstöckel seine charakteristische Sellerie-würzige Note verleihen. Darunter liegen warme, holzige, leicht moschusartig-animalische Untertöne. Das Öl ist komplexer als Selleriesamenöl, mit größerer Tiefe und einer lederartigen Qualität in der Basis. Bei Verdünnung tritt eine subtile aromatische Süße hervor.

Liebstöckelwurzelöl ist eine Nischenzutat in der feinen Parfümerie, verwendet dort, wo ein ungewöhnlich krautig-würziger Charakter gewünscht wird. Es besetzt ein einzigartiges olfaktorisches Terrain – deutlich krautig und kulinarisch, aber mit genug Tiefe und Komplexität, um in strukturierten Kompositionen zu funktionieren.

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Did You Know?

Did you know?
Liebstöckel war ein so allgegenwärtiges Aroma in der römischen Küche, dass es in über 100 Rezepten in Apicius (dem ältesten erhaltenen europäischen Kochbuch, ca. 4. Jahrhundert n. Chr.) vorkommt. Die Römer nannten es „Ligusticum“, nach Ligurien, der italienischen Region, in der es am intensivsten angebaut wurde.

Extraction & Chemistry

Extraction method: Wasserdampfdestillation getrockneter, gehackter Wurzeln. Die Ausbeute beträgt ca. 0,5–1,5 %. Die Wurzeln werden von Pflanzen geerntet, die mindestens zwei Jahre alt sind. Die Produktion ist begrenzt und konzentriert sich auf Frankreich, Deutschland und Polen. Die Pflanze wird auch für kulinarische Zwecke angebaut; Parfümöl in Parfümerienqualität erfordert spezielle Ernte- und Destillationsparameter.

↑ See Terroir & Origins for origin-specific methods.

Molecular FormulaKomplexe Mischung (keine einzelne Formel)
CAS Number8016-31-7
Botanical NameLevisticum officinale
IFRA StatusEingeschränkt. Enthält Furanocumarine; IFRA begrenzt die Verwendung aufgrund des Phototoxizitätsrisikos.
SynonymsLEVISTICUM OFFICINALE ÖL · LIGUSTICUM ÖL
Physical Properties
AppearanceBlassgelbe bis dunkelbernsteinfarbene Flüssigkeit

In Perfumery

Spezialmodifikator für pflanzliche, aromatische und avantgardistische Kompositionen. Liebstöckelwurzelöl sorgt für einen einzigartigen Sellerie-Pikant-Charakter mit ledriger Tiefe. Wird in Kräuter-Chypre-Konstruktionen, herzhaft-aromatischen Mischungen und Kompositionen verwendet, die bewusst konventionelle Schönheit in Frage stellen. Der Phthalidgehalt stellt auch eine naturalistische Verbindung zu traditionellen Kräutermedizinakkorden her. Kleine Dosierungen sind typisch – das Material kann eine Komposition leicht dominieren.

Vom Rohstoff zum Duft

Das ist, was daraus wird.