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Himbeere

FRÜCHTE, GEMÜSE UND NÜSSE  /  fruchtig · süß · frisch
Himbeere
Himbeere perfume ingredient
CategoryFRÜCHTE, GEMÜSE UND NÜSSE
Subcategoryfruchtig · süß · frisch
Origin
VolatilityHerznote
BotanicalRubus idaeus
AppearanceWeißer kristalliner Feststoff (Nadeln oder Granulate), Schmelzpunkt 82–85 °C
Odor StrengthMittel bis stark
Producing CountriesAsien, Europa
PyramidHerz

Weiße Kristalle, die nach zerdrückten Himbeeren riechen, zu Pulver gepresst. Oben scharf, herb und beerensüß – darunter eine Veilchen-ähnliche Wärme, näher an Iris als an Marmelade. Das Molekül, das Himbeeren wie Himbeeren riechen lässt, nicht wie Erdbeeren.

  1. Scent
  2. The Full Story
  3. Fun Fact
  4. Extraction & Chemistry
  5. In Perfumery

Scent

Herbe Beerenschärfe, sofort erkennbar — der Geruch eines frisch geöffneten Himbeerkörbchens, noch vor jeglichem Kochen oder Reduzieren. Darunter eine pudrige Wärme, die eher in Richtung Veilchen und Iris zieht als zu Zucker. Trockener als Erdbeere (die eher karamellisiert und furaneol-lastig ist), heller als Brombeere (dunkler, erdiger, weniger definiert) und völlig ohne die schwefelige, katzenartige Note von schwarzer Johannisbeere.

Die pudrig-blumige Dimension unterscheidet Himbeerketon von einfachen Fruchtchemikalien. Sie besetzt dasselbe olfaktorische Gebiet wie Alpha-Isomethylionon oder Orris — eine weiche, filzartige Trockenheit unter der Frucht. Auf der Haut verblasst die Säure zuerst und hinterlässt nur dieses Puder.

Evolution over time

Immediately

Immediately

Scharfe, herbe Beere – hell und säuerlich, wie der Biss in eine unreife Himbeere. Die pudrige Grundnote ist bereits vorhanden, wird aber vom anfänglichen Fruchtstoß überdeckt.
After a few hours

After a few hours

Die Säure zieht sich zurück. Was bleibt, ist pudrig-floral, näher an Veilchen oder Iris als an Frucht. Eine weiche, filzartige Wärme – süß, aber trocken, intim auf der Haut.
After a few days

After a few days

Ein schwacher pudrig-süßer Nachklang, mehr Haut-Moschus als Beere. Das Molekulargewicht von Himbeerketon (164,20) und seine kristalline Stabilität verleihen ihm eine Ausdauer, die die meisten Fruchtstoffe nicht erreichen. Die letzte Spur ist völlig pudrig.

The Full Story

Raspberry-Keton — 4-(4-Hydroxyphenyl)-2-butanon, CAS 5471-51-2, Handelsname Frambinone — ist ein phenolisches Keton und das charakteristische Molekül der roten Himbeere. Es ist ein weißer kristalliner Feststoff, Schmelzpunkt 82–85°C, Molekulargewicht 164,20. Im Rubus idaeus-Frucht kommt es nur in Spuren vor: 1–4 mg pro Kilogramm, was eine natürliche Extraktion wirtschaftlich unsinnig macht. Jedes Gramm, das in der Parfümerie verwendet wird, ist synthetisch.

Der Geruch ist kein einfacher Fruchtduft. Der erste Eindruck ist eine herbe Beere — schärfer als Erdbeere, klarer als Brombeere — doch innerhalb von Sekunden entsteht eine pudrige, fast veilchenartige Wärme. Das ist strukturell bedingt: Raspberry-Keton gehört zur Familie der Phenylbutanoide neben Zingeron (aus Ingwer) und ist biosynthetisch nah verwandt mit Vanillin. Die iononähnliche Pudrigkeit ist kein Zufall, sondern Chemie. Alpha-Ionon und Beta-Ionon, die im natürlichen Himbeeraroma gemeinsam vorkommen, verstärken diese Veilchen-Puder-Brücke.

Das natürliche Himbeeraroma umfasst fast 300 flüchtige Verbindungen. Neben Raspberry-Keton sind die wichtigsten Bestandteile: Beta-Damascenon (einer der höchsten Geschmacksverdünnungswerte in der Himbeeranalyse), Furaneol (karamellisierte Erdbeer-Süße), Linalool (blumige Frische) und verschiedene Ester, die die herbe, saftige Spitze liefern. Aber Raspberry-Keton ist das Erkennungsmolekül — ohne es zerfällt die Komposition zu einer generischen Beerenmischung.

In der Komposition sitzt Raspberry-Keton im Herzen. Sein Molekulargewicht (164,20) und seine kristalline Natur verleihen ihm eine ungewöhnliche Beständigkeit für ein fruchtassoziiertes Material — auf einem Duftstreifen bleibt es wochenlang wahrnehmbar. Diese Persistenz ist der Grund, warum Parfümeure es als Herz-zu-Basis-Material behandeln, nicht als flüchtige Kopfnote. Sein Methyl-Ether-Derivat, Anisylacetone (CAS 104-20-1), bietet eine wärmere, balsamischere Himbeervariante mit noch größerer Substanz.

Diese Note in Première Peau. Rose Monotone. Probieren Sie alle sieben Extrakte im Discovery Set.

Verwandt: Acai-Beere · Acerola · Aldehyd C 16 Erdbeere · Apfel · Aprikose · Eschenbeere · Banane · Berberitze

Did You Know?

Did you know?
Im Februar 2012 bezeichnete Dr. Mehmet Oz Ketone aus Himbeeren im nationalen Fernsehen als „das Nummer-eins-Wunder in einer Flasche“ zur Gewichtsreduktion. Innerhalb weniger Tage waren die Vorräte an Nahrungsergänzungsmitteln weltweit erschöpft. Die natürliche Form – die zu enormen Kosten aus echten Himbeeren gewonnen wird – wurde kurzzeitig für über 20.000 US-Dollar pro Kilogramm gehandelt. Die Parfümindustrie, die seit Jahrzehnten die synthetische Version (die nur wenige Dollar pro Kilogramm kostet) verwendet, beobachtete das Spektakel ohne Besorgnis. Keine klinische Studie am Menschen hat jemals eine Wirkung zur Gewichtsreduktion bestätigt.

Extraction & Chemistry

Extraction method: Keine natürliche Gewinnung ist kommerziell rentabel. Die Früchte von Rubus idaeus enthalten etwa 1–4 mg Himbeerketon pro Kilogramm — um ein Kilogramm der reinen Verbindung zu extrahieren, müssten 250.000 bis 1.000.000 kg Früchte verarbeitet werden. Das gesamte in der Parfümerie und Aromatisierung verwendete Himbeerketon ist synthetisch. Die standardmäßige industrielle Synthese ist ein zweistufiger Prozess: Die gekreuzte Aldolkondensation von 4-Hydroxybenzaldehyd mit Aceton ergibt das Zwischenprodukt 4-(4-Hydroxyphenyl)-3-buten-2-on (p-Hydroxybenzalacetone), das anschließend katalytisch hydriert wird — typischerweise über Palladium-, Nickel- oder Rhodiumkatalysatoren — um Himbeerketon herzustellen. Aktivierungsenergie: 18,48 kcal/mol für den Kondensationsschritt, 14,19 kcal/mol für die Hydrierung. Die reine Verbindung kristallisiert als weiße Nadeln aus Ethanol oder Wasser. Sie ist löslich in Ethanol und Diethylether, schlecht löslich in Wasser (etwa 2,5 mg/ml bei Raumtemperatur) und unlöslich in Öl.

Molecular FormulaKomplexe Mischung — Schlüsselaromastoff: Himbeerketon (C₁₀H₁₂O₂)
CAS Number84929-76-0
Botanical NameRubus idaeus
IFRA StatusKeine bekannten Einschränkungen
SynonymsRubus, rote Himbeere
Physical Properties
Odor StrengthMittel bis stark
AppearanceWeißer kristalliner Feststoff (Nadeln oder Granulate), Schmelzpunkt 82–85 °C

In Perfumery

Raspberry-Keton wirkt als Herznote mit der Haltbarkeit einer Basisnote – ungewöhnlich für ein Fruchtmaterial. Sein dualer Charakter (fruchtig-säuerlich an der Spitze, pudrig-blumig im Ausklang) macht es zu einem Bindeglied zwischen Frucht- und Blumenakkorden. Typische Einsatzmengen: 0,05–0,50 % in Edeldüften, 0,02–0,30 % in Körperpflegeprodukten. Vor der Verarbeitung stets auf 10 % in DPG verdünnt – die reinen Kristalle sind zu stark für die direkte Abwägung im Formulierungsmassstab. Die pudrig-veilchenartige Qualität sorgt dafür, dass Raspberry-Keton sich natürlich mit Iononen, Irisstoffen und Veilchenblatt-Absolues verbindet. In gourmandigen Kompositionen verleiht es eine Säure, die die übermäßige Süße von Vanillin oder Ethylmaltol ausgleicht. In fruchtig-blumigen Strukturen verankert es den Fruchtakkord in der Mitte der Formel, anstatt dass er verfliegt. Wichtige Derivate: Anisylacetone (Raspberry-Keton-Methyl-Ether, CAS 104-20-1) bietet ein wärmeres, balsamischeres Himbeeraroma mit erhöhter Haftung. Raspberry-Keton-Acetat (CAS 3572-06-3) stellt eine leichtere, esterähnlichere Variante dar.

Vom Rohstoff zum Duft

Das ist, was daraus wird.