Ätherisches Öl aus den getrockneten Beeren des Schinus molle (Peruanischer Pfefferbaum), einem Mitglied der Anacardiaceae – kein echter Pfeffer. Helle, terpenreiche Kopfnote mit einer rosig-würzigen Wärme darunter: zerstoßene Pfefferkörner, gemildert durch getrocknete Rosenblätter und einen Hauch Terpentin.
Sofortiger heller, terpenisch-würziger Ausbruch — der scharfe, fast mentholartige Angriff von Alpha-Phellandren dominiert die ersten Sekunden. Dann entwickelt sich eine rosig-fruchtige Wärme, weicher und durchscheinender als die stumpfe Hitze von schwarzem Pfeffer. Keine echte Schärfe in der Nase, eher ein leuchtendes, pfeffrig-blumiges Schimmern. Der Ausklang ist sauber, leicht holzig, mit einer Restwärme, die selbst bei niedriger Konzentration „rosa“ wirkt. Weniger aggressiv als Piper nigrum, weniger zitrisch als Sichuan-Pfeffer, weniger grün als langer Pfeffer. Moderate Haltbarkeit — drei bis vier Stunden auf einem Duftstreifen, bevor er zu einem Hauch warmer Holznoten verblasst.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Scharfer terpenischer Blitz — Alpha-Phellandren dominiert. Heller, fast mentholartiger Pfeffer mit einer klaren, terpenartigen Note.
After a few hours
After a few hours
Rosig-würzige Wärme breitet sich aus. Der Terpentin-Kick verblasst und wird ersetzt durch einen durchscheinenden, fruchtig-blumigen Pfeffer. Leicht holzig.
After a few days
After a few days
Geist von warmem Holz und trockener Rose. Sauberes, sanftes Verblassen. Kein harscher Nachklang.
Terroir & Origins
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The Full Story
Dampfdestilliert aus den getrockneten rosa Beeren von Schinus molle, einem Baum, der in den peruanischen Anden heimisch ist und heute in ganz Südamerika, Ostafrika und den Inseln des Indischen Ozeans eingebürgert ist. Trotz seines gebräuchlichen Namens gehört er zur Cashew-Familie (Anacardiaceae), nicht zu Piper nigrum oder echtem Pfeffer. Der Charakter des Öls liegt an der Schnittstelle von Gewürz und Blume – ein terpenartiger, pfeffriger Angriff, der sich zu etwas fast Rosigem abschwächt.
Der dominante Bestandteil ist alpha-Phellandren (bis zu 50-60 % in südamerikanischen Chemotypen), der den anfänglichen hellen, leicht terpenartigen Auftrieb verleiht. Limonen, Myrcen, beta-Phellandren und Sabinen tragen zitrus-grüne Qualitäten bei. Delta-3-Caren fügt eine trockene, süß-holzige Untertonnote hinzu. Die rosige Qualität – das Merkmal, das rosa Pfeffer vom schwarzen unterscheidet – entsteht durch Spuren von oxygenierten Terpenen und Estern, die der Dampf mitführt.
In der Parfümerie muss Schinus molle von Schinus terebinthifolius (Brasilianischer Pfefferbaum, CAS 68917-52-2) unterschieden werden, der ein harzigeres, weniger blumiges Profil liefert. Beide werden unter dem Oberbegriff „rosa Pfeffer“ gehandelt, aber erfahrene Nasen behandeln sie als unterschiedliche Materialien. Die CO2-Extraktion liefert ein volleres, beerengetreueres Profil als die Dampfdestillation, da sie schwerere Fraktionen einfängt, die der Destillierapparat typischerweise zurücklässt.
Überhaupt kein Pfeffer. Schinus molle gehört zur Familie der Anacardiaceae – der Cashew-Familie – zusammen mit Mangos, Pistazien und Giftefeu. Wie seine Verwandten produziert die Pflanze allergene Alkylphenole (Cardol, Anacardsäure), die strukturell Urushiol ähneln. Menschen mit schweren Cashew- oder Mango-Allergien reagieren gelegentlich auf rosa Pfefferkörner. Die Inkas vergoren ihre reifen Beeren zu einem mild alkoholischen Getränk namens Molle Chicha, Jahrhunderte bevor Europäer den Baum überhaupt sahen.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Dampfdestillation getrockneter Beeren. Der Ertrag liegt je nach Herkunft, Trocknungsmethode und Reifegrad der Beeren zwischen 1,5 % und 5 %. Die CO2-Superkritische Extraktion erfasst ein vollständigeres olfaktorisches Profil – schwerere Ester und Sesquiterpene, die bei der Dampfdestillation verloren gehen. SFE (superkritische Flüssigextraktion) ist die Methode, die in der hochwertigen Parfümerie verwendet wird, einschließlich der Kompositionen von Première Peau. Hauptproduktionsländer: Peru (natürliches Verbreitungsgebiet), Brasilien (oft S. terebinthifolius), Kenia, Réunion.
Kopfnote — gelegentlich übergehend ins Herz — in frischen, blumig-würzigen und modernen holzigen Kompositionen. Eine eingesetzte Eröffnungsnote in der zeitgenössischen Parfümerie: Sie verleiht sofortige Energie, ein pfeffriges Funkeln und eine geschlechtsneutrale Wärme, die sich ebenso gut mit Iris und Moschus (DOPPEL DANCERS) wie mit Rosenoxid und Ambroxan (ROSE MONOTONE) oder Weihrauch und Patchouli (ALBATRE SEPIA) kombinieren lässt. Die rosige Qualität macht sie zu einem natürlichen Begleiter für Rose, Geranie, Safran und Kardamom. Dosierung typischerweise 1-5 % in einem Konzentrat — genug, um die Kopfnote zu heben, ohne das Herz zu überwältigen.