Zanthoxylum bungeanum · Z. piperitum · Z. armatum · Z. schinifolium
Appearance
Bernsteinfarbene bis dunkelbraune Flüssigkeit
Odor Strength
Mittel bis stark
Producing Countries
China (Sichuan, Shaanxi, Yunnan), Japan, Korea, Nepal, Indien
Pyramid
Herz
Zitronenschale, die zu einer Spitze geschärft ist, dann ein prickelndes Taubheitsgefühl, das zwischen Geruch und Berührung schwebt. Kein Pfeffer. Nicht warm. Sichuan-Pfeffer riecht, als würde man in eine Grapefruitschale beißen, während statische Elektrizität über die Lippen knistert.
Erster Kontakt: ein scharfer, heller Zitrusausbruch, näher an Grapefruitzeste als an irgendeinem Gewürz. Metallisch und kalt, nicht warm—das Gegenteil der trockenen Strahlkraft von schwarzem Pfeffer. Eine summende, fast elektrische Qualität liegt darunter, weder Duft noch Geschmack, sondern etwas dazwischen.
Im Herzen erscheinen grün-krautige und leicht holzige Noten—vetiverähnlich, aber dünner, weniger erdig. Weniger süß als rosa Pfeffer, weniger harzig als Wacholder, weniger rauchig als schwarzer Pfeffer. Der Ausklang ist ruhig: eine kühle, mineralische Spur mit anhaltender holziger Tiefe. Der Gesamtbogen bewegt sich von hell und kantig zu gedämpft und klar.
Evolution over time
Immediately
Immediately
Scharfer zitrisch-elektrischer Ausbruch – Grapefruitschale, metallische Kälte, ein summendes Kribbeln, das eher als Vibration denn als Duft wahrgenommen wird
After a few hours
After a few hours
Grün-krautig und leicht holzig; vetivernahe Untertöne mit anhaltender Kribbelqualität
After a few days
After a few days
Kühle mineralische Spur auf Stoff; stille holzige Tiefe, keine Zitrusnoten mehr vorhanden
Terroir & Origins
Indicative 2025 wholesale prices.
The Full Story
Sichuanpfeffer ist kein Pfeffer. Die getrockneten Schalen von Zanthoxylum-Arten gehören zur Familie der Rutaceae – der Zitrusfamilie – und teilen mehr DNA mit Zitronenbäumen als mit Piper nigrum. Die wichtigsten kommerziellen Arten: Z. bungeanum (chinesischer huajiao, rot), Z. schinifolium (grüner huajiao), Z. piperitum (japanischer sanshō) und Z. armatum (nepalesischer timut). Jede erzeugt ein charakteristisches aromatisches Profil, doch alle teilen das typische betäubend-kribbelnde Gefühl.
Dieses Gefühl ist chemisch, nicht thermisch. Hydroxy-alpha-sanshool (CAS 83883-10-7, C₁₆H₂₅NO₂) aktiviert schnell adaptierende Mechanorezeptoren in der Haut – dieselben Nervenfasern, die leichte Vibration und Flattern wahrnehmen. Eine Studie von 2013 in den Proceedings of the Royal Society B maß die wahrgenommene Frequenz des durch Sanshool ausgelösten Kribbelns bei etwa 50 Hz, was dem Empfindlichkeitshöhepunkt der Meissner-Körperchen entspricht. Die Verbindung bindet keine Wärme- oder Schmerzrezeptoren. Die Taubheit ist taktil, nicht nozizeptiv – ein grundlegender Unterschied zu Capsaicin, das TRPV1-Wärme-Schmerz-Kanäle aktiviert.
Der flüchtige Anteil ist zitrusdominant. Limonen, Linalool, Linalylacetat, Citronellal und Geraniol bilden das aromatische Rückgrat, wobei die Anteile je nach Art und Herkunft stark variieren. Z. armatum (timut) geht am weitesten in tropisch-zitrische Gefilde und hat eine ausgeprägte Passionsfrucht-Note. Z. bungeanum ist erdiger, holziger, mit stärkerer Sesquiterpen-Präsenz. Z. piperitum (japanischer sanshō) liegt dazwischen – hell, krautig, klar würzig.
In der Parfümerie ist das CO₂-Absolue (CAS 97404-53-0) die bevorzugte Form. Es fängt sowohl die flüchtige zitrus-würzige Kopfnote als auch die schwereren, holzig-pfeffrigen Untertöne ein, die bei der Dampfdestillation verloren gehen. Das Material wirkt kantig, modern, metallisch – ein strukturelles Gewürz statt eines kulinarischen. Es verbindet Zitrus- und Gewürzfamilien, ohne vollständig zu einer von beiden zu gehören.
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Hydroxy-alpha-sanshool aktiviert keine Schmerz- oder Wärmerezeptoren. Es löst schnell adaptierende (RA) Mechanorezeptoren aus – dieselben Nervenfasern, die Textur und leichte Vibrationen wahrnehmen. Eine 2013 im Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Studie maß die wahrgenommene Frequenz des durch Sanshool ausgelösten Kribbelns auf etwa 50 Hz, was dem Empfindlichkeitshöhepunkt der Meissner-Körperchen entspricht. Sie schmecken oder riechen das Kribbeln nicht. Sie spüren es.
Extraction & Chemistry
Extraction method: Überkritische CO₂-Extraktion von getrockneten Fruchthülsen der Zanthoxylum-Arten (hauptsächlich Z. bungeanum, Z. piperitum oder Z. armatum). Dieses Closed-Loop-Verfahren verwendet unter Druck stehendes Kohlendioxid als Lösungsmittel und erfasst sowohl flüchtige Monoterpene als auch schwerere Sesquiterpene in einem einzigen Durchgang. Das Ergebnis ist ein dichtes Absolue mit einem volleren aromatischen Spektrum als dampfdestilliertes Öl. Dampfdestillation wird ebenfalls verwendet, verliert jedoch einige der holzig-pfeffrigen Basisnoten. Die Ölausbeute bei der Dampfdestillation ist gering – typischerweise unter 2 % aus getrockneten Hülsen, abhängig von Art und Erntezeitpunkt.
Szechuanpfeffer CO₂-Absolue fungiert als Modifikator von Kopf- zu Herznote. Es bringt eine kantige, metallische Helligkeit und texturale Komplexität ohne konventionelle Wärme ein. Der hohe Gehalt an Zitrusterpenen macht es zu einer natürlichen Brücke zwischen hesperidischen Kopfnote und würzigen oder holzigen Herznote. Seine grapefruitähnliche Qualität hebt Bergamotte, Yuzu und Bitterorange hervor; seine würzig-holzigen Untertöne verbinden sich mit Vetiver, Zeder und trockenen Amber-Basen. Das Material ist strukturell mit Capsaicin-Familienverbindungen verwandt. Der Sanshool-Weg des Szechuanpfeffers (Aktivierung von Mechanorezeptoren) bietet einen parallelen Ansatz: Gewürz wird als Vibration wahrgenommen, nicht als Brennen. Der CO₂-Extrakt wird dem ätherischen Öl vorgezogen, da er ein volleres Profil und bessere Löslichkeit in Alkohol bietet. In der zeitgenössischen Nischenparfümerie ist Szechuanpfeffer zum Markenzeichen der kantig-würzigen Ästhetik geworden – sauber, unisex, bewusst anti-gourmand.